Weil es in Willich genug Gewässer gibt, die nicht schnell zufrieren, haben hier manche Vogelarten eine bessere Überlebens-Chance.

Willich. In Willich haben wahrscheinlich mehr Eisvögel die zurückliegende Kältewelle überstanden, als anderswo. "Das liegt daran, dass die Cloer, die Niers und auch der Nierssee nicht so schnell zufrieren wie andere Gewässer", erklärt Jack Sandrock, Vorsitzender der Nabu-Gruppe in Willich. Die Willicher Gewässer stammten nicht aus einer Quelle, sondern vom Grundwasser und seien durch zugeleitete Abwasser wärmer.

Geschlossene Eisdecken sind für Eisvögel eine Gefahr - auch, wenn ihr Name das nicht vermuten lässt: Denn sie fischen gern im Wasser nach Nahrung. Bis zu 90 Prozent der Eisvogel-Population kann bei einer Kälteperiode zu Grunde gehen. Grund ist neben der erschwerten Nahrungssuche natürlich die Kälte selbst.

Um die Eisvögel zu unterstützen, hat der Nabu an der Cloer, am Nordkanal in Schiefbahn und auch am Baggersee auf der Hardt Brutmöglichkeiten für den bedrohten Vogel geschaffen. "Denn in Willich werden regelmäßig Eisvögel gesichtet", freut sich Sandrock. Das ist etwas Besonderes, denn der Eisvogel ist Vogel des Jahres 2009, weil er in seiner Existenz bedroht ist.

Andere Vogelarten haben die Kälte besser im Griff: So kuscheln sich Zaunkönige in besonders kalten Nächten in Schlafgemeinschaften mit bis zu 20 Vögeln aneinander, um sich zu wärmen. Und um ihre Körpertemperatur von 40 Grad zu halten, plustern sich Vögel gern auf - das so entstehende Luftpolster wärmt sie dann, wie eine Jacke.

Was die Nahrungssuche betrifft, sorgen Eichelhäher, Kleiber und auch manche Meisenarten gut vor: Sie legen sich einen Vorrat unter Baumrinden oder im Boden an.

Sollte eine lange Frostperiode die Nahrung der Vögel knapp werden lassen, darf man auch füttern: "Am besten mit sogenannten Silos - ein Vogelhäuschen ist ungeeignet, es überträgt durch den Kot Krankheiten", erläutert Monica Sandrock vom Willicher Nabu-Team. Wenn man einmal damit angefangen hat, sollte man auch während der ganzen Kältezeit durchfüttern, rät der Nabu. Bei Temperaturen über minus fünf Grad können sich die Vögel allerdings selbst Futter suchen.

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