Von der Faszination der achtbeinigen Krabbeltiere wurden am Freitag Kinder aus dem „Traumland“ ergriffen.

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Ist dieses Prachtexemplar von Vogelspinne nicht süß? Mancher hatte da wohl seine Zweifel.

Ist dieses Prachtexemplar von Vogelspinne nicht süß? Mancher hatte da wohl seine Zweifel.

Friedhelm Reimann

Ist dieses Prachtexemplar von Vogelspinne nicht süß? Mancher hatte da wohl seine Zweifel.

Willich. Laura ist skeptisch. Soll sie oder soll sie nicht? "Vielleicht darf Klara ja einfach mal auf deinem Bein sitzen", schlägt Dr. Stephan Loksa vor. Ein Nicken kommt von der Vierjährigen.

Neugierig blickt sie auf Gretas haarigen Körper und ihre acht Beine, die unbeweglich auf ihrem Hosenbein sitzt. "Ich möchte sie doch auf die Hand nehmen", meint sie auf einmal. Kein Problem. Vorsichtig setzt der Biologe und Pädagoge die Vogelspinne in die kleinen Hände.

"Die ist ja ganz weich" kommt der erstaunte Ausruf. Was Loksa am Freitag in seinem Gepäck dabei hatte, das lässt den meisten Menschen eine Gänsehaut über den Rücken laufen: Spinnen. Der Bergheimer ist Arachnologe und Spinnen sind seine besten Freunde. Und an dieser Begeisterung für die Spinnentiere ließ er die Kinder der Städtischen Tageseinrichtung für Kinder "Traumland" in Wekeln teilhaben.

Zum nunmehr dritten Mal war Loksa auf Einladung des Fördervereins zu Gast. Im Gepäck in Form einer beheizten Tasche, heimische Spinnen sowie Vogelspinnen und eine Tarantel. "Uns ist es wichtig, dass die Kinder lernen, dass Spinnen keine Igitt-Tiere, sondern nützliche Insektenfresser sind", betont Kindergartenleiterin Petra Fretschen.

"Das Problem ist, dass Kinder die Körpersprache von Erwachsenen bis zum Alter von sechs Jahren problemlos verstehen. Selbst wenn sich jemand positiv über eine Spinne äußert, spüren die Kinder anhand der Körpersprache, dass etwas nicht in Ordnung ist", weiß der Fachmann aus seiner Erfahrung.

Da die meisten Menschen Spinnen nicht mögen, überträgt sich das so in jungen Jahren auf die Kinder, ohne dass es für die Spinnenangst eigentlich einen Grund gibt. "Die sind kuschelig", urteilt Ilayda. Die Vierjährige streichelt gerade über eines der Beine von Greta. Von Berührungsängsten keine Spur.

Sarah möchte Greta sogar einmal auf ihrem Kopf sitzen haben. Ein strahlendes Lächeln, als die Vogelspinne langsam ihre Beine bewegt. "Das kitzelt", lacht die Dreijährige. Derweil erklärt Loksa einiges über Greta und ihr Leben.

Dass die neunjährige Spinnendame an spiegelglatten, senkrechten Flächen laufen kann, wollen die Kindergartenkids nicht so richtig glauben. Also muss Greta an die Fensterscheibe. Und siehe da, sie läuft auf ihr entlang.

Dass Spinnen schnell laufen können, aber auch ebenso schnell müde werden, Eier legen, aus den Babyspinnen schlüpfen (der Arachnologe hat sogar eine Zitterspinne mit einer Kugel voller Eier dabei) und dass die heimischen Exemplare nicht aus Gefäßen mit glatten Wänden wieder heraus kommen, Loksa kann so einiges von den Spinnen berichten.

16 Kinder hören ihm aufmerksam zu. Dann gehen Greta und Konsorten wieder in die warme Tasche zurück. Kurze Pause, bevor die nächsten Kindergartenkinder die Bekanntschaft mit den Spinnen schließen dürfen.

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