Die Prognose Dauer-Schneefall am Wochenende bedeutet Arbeit: Denn Bürger müssen die Gehsteige räumen. Sie haben eine Streupflicht.

Willich. Als Fotograf Kurt Lübke am Donnerstag in der Mittagszeit in Clörath den Spaziergänger mit Hund an der Niers fotografierte, hat er angesichts dieser wunderschönen Winter-Impression keinen Gedanken an das bevorstehende ungemütliche Winterwochenende verschwendet.

Das meteorologische Tief Daisy macht sich aber ab Freitag bemerkbar und könnte NRW-weit am Wochenende "eine Unwetterlage entwickeln". Die Neersener Wetterstation zitiert jedenfalls den Deutschen Wetterdienst so: am Freitag setzt Schneefall ein, in der Nacht zu Samstag weitet er sich aus und wird intensiver. Samstag und Sonntag soll es lang anhaltend schneien.

Der Bürger ist für die Streupflicht zuständig

Schneeräumen ist also weiterhin angesagt. Helmut Baumeister im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute für den Bereich Krefeld/Niederrhein zuständig, betont: Für die Streupflicht ist der Bürger zuständig. "Bei Eisglätte und Schnee verlangen Städte und Gemeinden von ihren Einwohnern einen frühen Sprung aus den Federn." Damit meint er 7 oder 8 Uhr.

Gehwege müssen passierbar gemacht werden, sonst droht womöglich Schadenersatz, wenn jemand stürzt, weil der Schneeräumer versagt hat. Allerdings, sagt Baumeister: "Niemand muss sich bei tagsüber einsetzender Eisglätte vom Arbeitsplatz losreißen, um den Bürgersteig zu reinigen, auch wenn es die Ortssatzung vorschreibt." Man dürfe die Räumarbeiten auf den Feierabend verschieben, "wie Gerichte entschieden haben. Denn sie legen auch Fußgängern viel Vorsicht ans Herz". Baumeister empfiehlt trotzdem, die Räumpflicht ernst zu nehmen.

Wetterlage forderte elf Unfälle

Trotz aller Vorsicht hat es bei den schwierigen Straßenverhältnissen am Donnerstag Morgen und am Vormittag zahlreiche Unfälle gegeben. Sie ereigneten sich überall im Kreisgebiet. Allein bis zum Mittag nahmen Polizeibeamte elf Unfälle auf, darunter je zwei in Tönisvorst und in Willich. Der Sachschaden betrug insgesamt über 50 000 Euro. Es blieb aber hauptsächlich bei Blechschäden. Zwei Personen wurden leicht verletzt.

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