Die Arbeitsagentur begleitet Unternehmen, die trotz Krise ausbilden.

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Tobias Gommers, Oliver Garth und Roman Smolarek (v.l.) werden bereits bei der Firma Osterath ausgebildet, Sebastian Kivelip absolviert derzeit ein Praktikum. Im Hintergrund Thomas Osterath, Arbeitsvermittler Thorsten Eberlein und Geschäftsführer Heinz Osterath.

Tobias Gommers, Oliver Garth und Roman Smolarek (v.l.) werden bereits bei der Firma Osterath ausgebildet, Sebastian Kivelip absolviert derzeit ein Praktikum. Im Hintergrund Thomas Osterath, Arbeitsvermittler Thorsten Eberlein und Geschäftsführer Heinz Osterath.

Reimann

Tobias Gommers, Oliver Garth und Roman Smolarek (v.l.) werden bereits bei der Firma Osterath ausgebildet, Sebastian Kivelip absolviert derzeit ein Praktikum. Im Hintergrund Thomas Osterath, Arbeitsvermittler Thorsten Eberlein und Geschäftsführer Heinz Osterath.

Willich. Ganz oben in den Top Ten bei den beliebtesten Männer-Ausbildungsberufen rangiert der Fahrzeug-Mechatroniker. Fünf Azubis werden bei "Osterath Fahrzeugbau" in Münchheide beschäftigt - und das bei insgesamt 23 Mitarbeitern. "Das ist eine hohe Quote", sagt Anja Knoblich von der Arbeitsagentur in Krefeld. "Und es ist wichtig, dass die Betriebe trotz der angespannten Lage ausbilden."

Entgegen des Trends, im Zuge der Krise weniger auf Ausbildung zu setzen, hat Thomas Osterath auch in diesem Jahr wieder einen Platz angeboten. Der Betrieb, der laut Osterath von der Krise noch nicht viel zu spüren bekommen hat, bildet Fahrzeugbau-Mechaniker mit der Fachrichtung Fahrzeugbautechnik und Kfz-Mechatroniker mit der Fachrichtung Nutzfahrzeugtechnik aus.

"Wir bauen die Fachkräfte auf, die wir morgen brauchen."

Thomas Osterath, Assistent der Geschäftsführung

So etwas ist heute nicht selbstverständlich. "Wir haben schon gemerkt, dass wir deutlich im Minus bei den gemeldeten Stellen sind", sagt Knoblich. Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien der Arbeitsagentur rund elf Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet worden. Die Folge: Es gibt mehr Bewerber als Stellen.

Um diesen Trend aufzufangen, versucht die Arbeitsagentur Arbeitgebern einen umfassenden Service zu bieten, damit ihnen die Entscheidung für einen Auszubildenden so leicht wie möglich gemacht wird. So ein Vermittler zwischen Arbeitsagentur und Arbeitgebern ist Thorsten Eberlein. "Ich versuche, mit dem Arbeitgeber das Bewerberpotenzial auszuloten", sagt Eberlein.

Auf der anderen Seite können sich Jugendliche, die sich noch für keine bestimmte Sparte entschieden haben, bei der Berufsberatung über Ausbildungen informieren, die weniger im Scheinwerferlicht stehen - und vielleicht weniger überlaufen sind. Direkt über die Agentur können sie dann ihre Bewerbungen den Arbeitgebern zukommen lassen. Wenn gewünscht, sichtet Eberlein vorab die Mappen und trifft eine Vorauswahl.

"70 bis 80 Prozent unserer Bewerber berufen sich in ihren Anschreiben auf den Auftritt der Agentur im Internet", sagt Osterath. Besonders die Kurs-Onlinedatenbank der Arbeitsagentur werde häufig genannt.

"Für uns ist die Sache nicht erledigt, wenn der Auszubildende in Arbeit ist", sagt Thorsten Eberlein. Selbst wenn die Auszubildenden Probleme in der Berufsschule hätten, sei die Arbeitsagentur nicht fern. Dann greift der Arbeitsvermittler ein und vermittelt ausbildungsbegleitende Hilfen. "Wir sind auch sehr angetan davon, dass auch Sozialberater für die Auszubildenden da sind", sagt Osterath. So könnten die Azubis private Probleme, die sie nicht dem Chef anvertrauen wollen, besprechen und so verhindern, dass sie ihr berufliches Fortkommen damit belasten.

Mangel an Fachkräften wird immer spürbarer werden

In wenigen Jahren, wenn die schwachen Geburtenjahrgänge ins ausbildungsfähige Alter kommen, werde der Mangel an Bewerbern spürbar werden, sagt Knoblich voraus. Im Zuge dessen sei es wichtig, schon jetzt genügend Fachkräfte auszubilden. Daher seien auch Unternehmen, die über Bedarf ausbildeten, wichtig, sagt Anja Knoblich. "Leute mit abgeschlossener Berufsausbildung sind weniger gefährdet, schneller oder länger arbeitslos zu sein", betont sie.

"Wir bauen unsere Fachkräfte auf, die wir morgen brauchen", sagt Thomas Osterath, der in den meisten Fällen seine Azubis übernimmt, und verweist auf die soziale Verantwortung der Unternehmen. "Man darf nicht aussetzen und Gefahr laufen, irgendwann Schiffbruch zu erleiden - man muss an Morgen denken."

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