Das Leben im alten Ägypten hat in den Herbstferien 50 Kinder in Wekeln beschäftigt.

Willich. Die Edelsteine glitzern und funkeln. Die edle Währung füllt zwei Becher bis zum Rand. Die Geschäfte gehen offenbar gut. Ketten mit Anhängern, bunte Bänder aus geflochtenen Wollfäden für Handgelenk oder Haar schmücken die Auslage und immer mehr Kunden. Junge Händler bieten am Stand emsig ihre Ware feil. Es geht allerorts zu wie auf einem ägyptischen Basar.

Li-Hui (8), die junge Reiseleiterin im roten Gewand, wechselt zum Nachbarstand. Hier genießt der nächste Sinn: Der Duft gepellter Mandarinen, süßer Feigen und Datteln verführt zum Probieren und Kaufen. Der nächste Kunde zählt seine Edelsteine ab.

Geschichte und Geschichten, Musik und Speisen aus Ägypten

Die Grundschule Wekeln hat sich Zeit und Land der Pharaonen ins Foyer geholt. 50 Kinder, die in den Herbstferien in der Offenen Ganztagsgrundschule von Maike Porada und ihren Mitarbeiterinnen betreut wurden, haben Ägypten auf Landkarten und in Geschichten bereist und mit Handwerkskünsten und Speisen erlebt.

"Erst haben wir uns dem Thema über den geschichtlichen Hintergrund genähert", sagt OGS-Leiterin Maike Porada. "Ich bin in die Rolle eines Lehrers aus dem alten Ägypten geschlüpft." Im beigefarbenen Kaftan mit lilafarbenem Tuch um den Kopf mimte sie Seth, den Gott des Unwetters und des Wassers.

Seth-Porada ist es nun auch, die mit kräftiger Stimme die Basarbesucher auffordert, eine Gasse freizumachen. Die Bauchtanzgruppe um Daniela Heitmeyer bahnt sich ihren Weg, begleitet vom Klingeln unzähliger kleiner Glöckchen an den Hüfttüchern. Die anmutige Tanzvorführung endet mit Applaus, Zugaberufen und der Aufforderung an Eltern und Kinder, sich einzureihen.

Seit dem Schuljahr 2005/06 ist die Grundschule Wekeln Offene Ganztagsschule. Zurzeit werden 106 Kinder der Klassen 1 bis 4 täglich bis 16 Uhr betreut. Die Betreuung dauert in den Ferien fort. 50 Jungen und Mädchen nahmen am Herbstferien-Programm teil.

Li-Hui ist dabei, unterbricht für einen Tanz die Führung von Stand zu Stand. Erst dann geht’s weiter, vorbei an den vielen Tischen, die mit edlen Samtstoffen bedeckt sind. "Das habe ich gemacht", sagt Li-Hui und zeigt auf ein Tischset. Hieroglyphen, ägyptische Bilderschriftzeichen, hat sie darauf gemalt. Andere haben sich für die Pyramiden am Nil als Motiv entschieden. Viele Lücken an den Stelltafeln verraten: Auch hier gehen die Geschäfte gut.

Vorbei an der plüschigen Kissen-Landschaft steuert Li-Hui den Waffelstand an. Malvenblüten- und Orange Rotbusch-Tee sind noch in den Tonkrügen, aber die Waffeln mit Rosenwasser und Orangenblütenwasser im Teig sind vergriffen. Bedauerlich.

Li-Hui muss zurück zu ihrem Stand. So viele Menschen, so viel zu sehen, zu riechen und zu hören - der Basar stellt die Kinder und die Organisatoren um Maike Porada höchst zufrieden. Heute beginnt wieder der Schulalltag. Doch das Salem Aleikum der Herbstferientage im fernen Ägypten wird nachhallen.

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