In der Sendung „Stern TV“ hat eine Mutter schwere Vorwürfe erhoben. Rektorin Barz-Fanter weist diese zurück.

Auch auf dem Gelände der Mühlenfeld-Schule soll „Stern TV“ gedreht haben.
Auch auf dem Gelände der Mühlenfeld-Schule soll „Stern TV“ gedreht haben.

Auch auf dem Gelände der Mühlenfeld-Schule soll „Stern TV“ gedreht haben.

Reimann

Auch auf dem Gelände der Mühlenfeld-Schule soll „Stern TV“ gedreht haben.

Willich. Glaubt man den Noten auf der Internet-Seite "Schulradar", dann sind in der Grundschule im Mühlenfeld nur zwei Sachen in Ordnung: Gebäude und Ausstattung. Dafür gibt’s ein gutes "Befriedigend". Der Rest schneidet schlecht ab. Zwischen einer glatten 4 für die Lehrkräfte und einer 3,6 für "Unterrichtsbegleitende Aktivitäten" liegen die Beurteilungen.

Noten an Lehrer werden anonym vergeben

Die Zensuren auf der Seite werden von Schülern und Eltern verteilt - nicht immer zur Freude der betroffenen Lehrerschaft. Insbesondere dann nicht, wenn sie mit heftigen (anonymen) Kommentaren unter namentlichen Erwähnung betroffener Lehrer versehen werden.

In der Sendung "Stern TV" am Mittwochabend machte Günther Jauch die umstrittenen Internet-Bewertungen, gegen die eine Hamburger Grundschule geklagt hat, deshalb zum Thema. Im Interview vor Millionenpublikum mit dabei: Die Willicherin Silke T., deren Sohn noch im Vorjahr die Schule im Mühlenfeld besuchte.

Vor genau einem Jahr hatte T. Strafanzeige gegen eine Lehrerin der Schule gestellt. Körperverletzung, Verletzung der Persönlichkeitsrechte, Verletzung der Aufsichtsratspflicht - so lauten ihre Vorwürfe. Auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde legte sie ein.

"Ich musste meinen Sohn von der Schule nehmen und zum Therapeuten bringen", sagt sie. Und verweist unter anderem auf "Video-Verhöre", die ohne Einwilligung der Eltern veranstaltet worden seien. Leider sei über die Anzeigen bis heute nicht entschieden worden.

"Schulradar" scheint ihr Recht zu geben: "Angst und Verzweiflung sind die Gefühle vieler Kinder und Eltern der Mühlenfeld-Schule", ist dort in einem Kommentar von "Jimmy" zu lesen.

"Gewalttätige Auseinandersetzungen sind hier an der Tagesordnung", will der Kommentar von "Eltern" wissen. "Völliger Müll", kontert im Gespräch mit der WZ eine Willicherin, deren Kinder seit Jahren die Schule besuchen bzw. besucht haben. "Die meisten Eltern schicken ihre Kinder mit gutem Gewissen dorthin - und sie gehen gerne."

Schuldezernent Christoph Gerwers hatte bislang keine Veranlassung, an solchen Aussagen zu zweifeln. "Die Schule hat gute Anmeldezahlen", sagt er. Von den geäußerten Vorwürfen habe er bislang nie etwas gehört.

Rektorin Ute Barz-Fanter schon. Doch die Dinge, die Frau T. da vor laufenden Fernseh-Kameras geäußert habe, entbehrten jeder Grundlage. "Massive Probleme" mit dem Jungen habe es gegeben. Doch alle Versuche, diese im Gespräch mit der Mutter zu lösen, seien gescheitert. Und dann sei die Sache im Januar 2008 eskaliert - mit der Folge, dass Anzeige erstattet wurde.

Vorwurf: Recherche an der Oberfläche

Barz-Fanter ärgert sich darüber, dass die Betreiber von "Schulradar" keine Hemmungen haben, den Namen der angefeindeten Lehrerin zu nennen. Man habe das über eine Abmahnung nur kurze Zeit verhindern können.

Noch mehr ärgert sich die Rektorin darüber, dass Günther Jauch und "SternTV" ihre Schule mit einer "Recherche an der Oberfläche" in ein falsches Licht stelle. Man habe ihr nicht einmal die Möglichkeit eingeräumt, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Und die Dreharbeiten an der Schule seien ohne ihr Wissen passiert.

"Solche Vorwürfe sind an mich noch nicht rangetragen worden", erklärte dazu Marko Langer, Chef vom Dienst für "Stern TV". "Da müssen wir mal gucken."

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