Unter vielen Tränen haben die Kolping-Schüler ihre Konrektorin verabschiedet.

Eine Schultüte und ein Zeugnis zum Abschluss: Konrektorin Renate Sich wurde von ihren Schülern und dem Kollegium gebührend verabschiedet.
Eine Schultüte und ein Zeugnis zum Abschluss: Konrektorin Renate Sich wurde von ihren Schülern und dem Kollegium gebührend verabschiedet.

Eine Schultüte und ein Zeugnis zum Abschluss: Konrektorin Renate Sich wurde von ihren Schülern und dem Kollegium gebührend verabschiedet.

Kurt Lübke

Eine Schultüte und ein Zeugnis zum Abschluss: Konrektorin Renate Sich wurde von ihren Schülern und dem Kollegium gebührend verabschiedet.

Willich. So ist das mit dem lachenden und dem weinenden Auge. Das soll mal jemand vormachen. Renate Sich jedenfalls ist das bei ihrer Verabschiedung durch Schüler und Kollegium der Kolping-Grundschule nicht geglückt.

So viele Reden wurden gehalten, Lieder gesungen und Wünsche vorgebracht - einer der akut sinnvollen lautete: "Immer ein sauberes Taschentuch." Genau das brauchte sie im Anschluss. Sie konnte gerade noch "Vielen Dank" sagen, bevor das Wasser aus beiden Augen erstickend auf ihre Stimme wirkte.

Freude über den Ruhestand

Doch schon kurz danach versicherte sie: "Auch wenn das jetzt nicht so aussieht: Ich freue mich wirklich auf den Ruhestand." Diese Diskrepanz hatten die Schüler in ihrem von Rektor Georg Pohl einstudierten Sketch thematisiert.

Auf vier Schildern war jeweils ein Wort zu lesen: Frau, Sich, muss, bleiben. Doch der Junge mit Schlips und Aktentasche unter dem Arm argumentierte, dass man sich auf den Feierabend freuen dürfe. "Die wird sich langweilen", kam es dann doch wie aus einem Munde.

Aber Renate Sich habe schließlich nach 42 Jahren im Schuldienst, 34 davon an der Willicher Grundschule, und nach 14 Jahren als Konrektorin genug Hefte korrigiert und Zeugnisse geschrieben. Zwei Kinder und fünf Enkel sorgten für Abwechslung, genau wie der Wintersport.

Zum Schluss wurden die Schilder für "muss" und "bleiben" gedreht. Auf der Rückseite erschien "kann" und "gehen". Rektor Pohl erteilt seiner Kollegin bei der Verleihung der Entlassungsurkunde ein Zeugnis: "Die Kinder bekommen eins am Ende der Schuleingangsphase. Du bekommst eins am Ende der Schulausgangsphase."

Darin benannte er in Stil und Wortlaut an die Zeugnisse für die Kinder angelehnt ihre Vorzüge und Schwächen: "Die Geschwindigkeit beim Treppensteigen ist nicht altersgemäß. Sie ist zu schnell."

Zum Schluss entließ er Renate Sich in den Ruhestand: "Sie ist für keine weitere Schulform geeignet, auch nicht für die Gesamtschule." Und zum Schluss gab es vom Kollegium noch eine Schulausgangstüte.

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