Prozessauftakt vor dem Landgericht. Waren Alkohol und Geld Grund für Schlägerei?

Willich. Es wird wohl noch mindestens bis zum 11. Dezember im Dunkel bleiben, was in jener Nacht vom 19. auf 20. Juni des vergangenen Jahres in Willich passierte. Angeklagt ist der 37Jahre alte Marian L. (alle Namen von der Redaktion geändert) aus Gdansk in Polen. Gemeinsam mit seinem Landsmann Marek S. (31) soll er sich des Raubes und der Körperverletzung an einem weiteren Polen, Krystof F., in Willich schuldig gemacht haben. Alkohol, Geld und eine Frau sollen den Hintergrund für eine wilde Schlägerei geboten haben.

Marian, gelernter Tischler, leugnet sowohl letzteres als auch seine Beteiligung an dem Raub. Er wird wegen anderer Straftaten in Handschellen der 2. Großen Strafkammer am Landgericht vorgeführt. Deutlich verspätet allerdings, da das Überstellungsgesuch des Gerichts in Anrath nicht angekommen sei. Er habe an jenem Abend nichts getrunken, sagt Marian und sich auch nicht an der Schlägerei beteiligt. Auch von einem Messer mit einer 15Zentimeter langen Klinge, das in der Anklage erwähnt wird, will er nichts wissen. Lediglich das Auto von Krystof, einen Seat Toledo, hätten sie mitgenommen, um wieder nach Hause nach Krefeld zu kommen. Den Wagen hätten sie Tags darauf zurückbringen wollen.

Schon verurteilter Mittäter sagt als Zeuge aus

In der Beweisaufnahme sagt Marek S. aus. Er ist wegen dieser und anderer Straftaten bereits rechtskräftig verurteilt. Zurzeit ist er wegen einer medizinisch notwendigen Chemotherapie vorübergehend auf freiem Fuß. Er gibt die Schlägerei zu, bestreitet jedoch auch den Raub von Geld, das Krystof ihm geschuldet habe. Weiter listet die Anklage einen Computer mit Monitor, eine Webcam, eine Digitalkamera, eine Navigationsgerätes und das Auto als Raubgut auf. "Ich habe Krystof nur eine Lektion erteilen wollen", sagt der Zeuge. "Aber ich klaue nicht." Der Vorsitzende Richter ermahnt Marek S.: "Sie kriegen gewaltigen Ärger, wenn Sie mich hier anlügen. Da kommt ein neues Verfahren auf Sie zu." Menschlich sei zwar verständlich, wenn der den Kopf von Marian L. retten wolle, "rechtlich aber nicht".

Da Julita R., die im Krefelder Westen wohnt und auch der geschädigte Krystof F. nicht zur Verhandlung gekommen sind, werden sie zu je 200 Euro Ordnungsstrafe verdonnert, ersatzweise vier Tage Haft. Sollte die beiden bei der Fortsetzungs-Verhandlung am 11. Dezember um 9Uhr nicht vor dem Landgericht erscheinen, droht ihnen die zwangsweise Vorführung.

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