Wohnen, Essen, Feiern, alles mit Familienanschluss. Das Traditionshaus und die Wirtsfamilie feiern Geburtstag.

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Feiern zehn Jahrzehnte Gästehaus Räck: Mutter Hildegard Räck mit den Söhnen Stefano (links) und Marco.

Feiern zehn Jahrzehnte Gästehaus Räck: Mutter Hildegard Räck mit den Söhnen Stefano (links) und Marco.

Kurt Lübke

Feiern zehn Jahrzehnte Gästehaus Räck: Mutter Hildegard Räck mit den Söhnen Stefano (links) und Marco.

Willich. Es ist ein typischer Familienbetrieb, und er existiert jetzt seit genau 100 Jahren: Adolf und Anna Thorissen erwarben 1909 für 11 000 Goldmark die bestehende Gastwirtschaft an der Fischelner Straße. Bis zum Gästehaus Räck in der heutigen Form sollte es noch ein weiter Weg sein.

Die Wirtsleute hatten sich über Jahrzehnte immer Neues einfallen lassen. Schwere Kriegszeiten wurden gemeistert, auch eine gewaltige Gasexplosion.

Familienlokal, Club und eine rote Bar mit Klavier

Die Herberge, an der Reisende ihre Pferde wechseln konnten, ist Geschichte. Später wurde der Familienbetrieb, dessen Führung stets von Tochter zu Tochter überging, als "das gemütliche Familienlokal" beworben.

In den 70er Jahren strömten Jugendliche aus Willich und Umgebung in die Hobby-Diskothek Metzen, die Willi und Luise Metzen, geb. Thorissen, eröffnet hatten.

Ruhiger ging es zu nach der Gasexplosion im Jahre 1978, die schwere Beschädigungen zur Folge hatte: Kurt und Mieke Räck entschieden parallel zum Neuaufbau, den Hotelbetrieb auszubauen und verstärkt Speisen anzubieten.

Das Ehepaar hilft immer noch stundenweise im Betrieb, den Tochter Hildegard mittlerweile führt. Beide waren auch "Erfinder" des Caddy-Clubs und der "Whiskey-Schlüssel-Bar" - in den 70er Jahren gab’s 285 Whiskey-Sorten. Gute Gäste hatten einen Schlüssel zu diesem außergewöhnlichen gastronomischen Refugium.

"Wenn Hotelgäste dies wünschen, haben sie schnell Familienanschluss."

(Hildegard Räck, Wirtin)

"Club - das hörte sich immer irgendwie verrufen an", erinnert sich Hildegard Räck, die zurzeit eine Auszubildende beschäftigt. Heute gibt es die "Rote Bar" mit einem Klavier, das zur Not auch ohne Pianist Musik produziert, und mit vielen Fotos Prominenter an den Wänden - Konterfeis von Menschen, die im Gästehaus Räck ein Zimmer gemietet und es sich im Restaurant und der Bar haben gutgehen lassen.

Roland Kaiser gehörte dazu, auch Dieter-Thomas Heck, Ivan Rebroff oder Bernhard Brink. Man muss aber nicht prominent sein, um im Gästehaus Räck umsorgt zu werden:

"Wenn Hotelgäste dies wünschen, haben sie schnell Familienanschluss", erklärt Hildegard Räck, die von ihrer Mutter das Engagement im Hotel- und Gaststättenverband Dehoga übernommen hat und zudem im Prüfungsausschuss der IHK sitzt. Alles ist sehr gemütlich, familiär, mit sehr viel Liebe zum Detail dekoriert.

Verwöhnfrühstück, saisonale Küche, Kegelbahn, Hausessen für Hotelgäste: Das sind Markenzeichen der Gegenwart. Gesellschaften bis 60 Personen können bei Räck Feste feiern, wie sie fallen.

Auch in der Familie gibt es einiges zu feiern in diesem Jahr: Mieke wird 70. Sie ist seit fünf Jahrzehnten mit ihrem Kurt verheiratet. Und Tochter Hildegard wird 50. Aber zuerst wird das Jubiläum des Gästehauses am 1. Juli ab 11 Uhr gefeiert.

Schade nur, dass die Familientradition wohl nicht fortgeführt wird: Hildegards Söhne Stefano (20) und Marco (18) haben andere berufliche Pläne.

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