Umbau, Umzug oder Schließung – nach dem jüngsten Gerichtsurteil bleiben viele Fragen offen.

Das Orangerie-Gebäude mit dem roten Spülküchenanbau. Nachbarn wehren sich vor Gericht dagegen.
Das Orangerie-Gebäude mit dem roten Spülküchenanbau. Nachbarn wehren sich vor Gericht dagegen.

Das Orangerie-Gebäude mit dem roten Spülküchenanbau. Nachbarn wehren sich vor Gericht dagegen.

Reimann

Das Orangerie-Gebäude mit dem roten Spülküchenanbau. Nachbarn wehren sich vor Gericht dagegen.

Neersen. Im Dauerstreit um die Zukunft der Orangerie im Neersener Schlosspark ist kein Ende in Sicht: Das Verwaltungsgericht in Düsseldorf hat jetzt erneut zugunsten von Anwohnern entschieden, die sich gegen die im Winter 2011/2012 errichtete Spülküche zur Wehr setzen. Während sich die Technische Beigeordnete Martina Stall nach dem Urteil entsetzt zeigte und öffentlich von „abenteuerlichen Begründungen“ durch die Richterin sprach, versucht die Politik an anderer Stelle eine Lösung zu finden: In einer gemeinsamen Initiative beantragen CDU, SPD und FDP, für einen Teil des Schlossparks das Landschaftsschutzgebiet aufzuheben, um dort eine neue Orangerie bauen zu können.

CDU, SPD und FDP wollen den Neubau an anderer Stelle

Das Gericht erkennt die alten Genehmigungen für das beliebte Ausflugslokal aus dem Jahr 2002 nicht an. Da damals keine Küche genehmigt wurde, dürfe es jetzt auch keine Spülküche geben. Abgesehen davon sieht das Gericht Mängel im Schallschutzgutachten.

Martina Stall kann diese Sicht nicht nachvollziehen: Der genehmigte „Kiosk mit sommerlichem Ausschank“ benötige selbstverständlich auch einen Raum, in dem Gläser, Teller und Besteck gespült werden müssten. Immerhin gebe es 70 Innen- und 40 Außenplätze. Sobald das Urteil in schriftlicher Form vorliege, werde man über ein Berufungsverfahren nachdenken. Gleichzeitig werde eine Nutzungsänderung für den Kiosk zur Küche vorbereitet.

Martina Stall weiß allerdings, dass damit ein Risiko verbunden ist. Die Stadt müsste für diese neue Küche nämlich Geld in die Hand nehmen und unter anderem einen hohen Kamin für die Abluft bauen. Sollte es dann eine erneute Klage geben, wovon Martina Stall ausgeht, droht die Stadt hier „Geld in den Sand zu setzen“.

Die politische Initiative will einen anderen Weg gehen. Nach Auskunft des Planungsausschuss-Vorsitzenden Jochen Kock soll versucht werden, die Idee eines Neubaus am westlichen Rand des Schlossparks in der Nähe der Bundesstraße in Richtung Neuwerk doch noch zu realisieren.

Die Familien Berini und Buono als Pächter der Orangerie „sehen keine Hoffnung mehr, dass wir den Laden im Mai wieder aufmachen können“. Ohne Spülküche, ohne Pizzaofen und mit nur 40 Außenplätzen sei das Lokal nicht zu betreiben. Man habe bisher auch noch keine Bestellungen für eine neue Sommersaison gemacht.

Der Kreis Viersen hatte einen ersten Versuch dieser Art gestoppt, da das Gelände im Landschaftsschutzgebiet liegt. Deshalb wollen CDU, SPD und FDP das Areal aus dem Landschaftsschutz herausnehmen. „Am Baumbestand wollen wir selbstverständlich nichts verändern“, versichert Jochen Kock. Nächste Woche Mittwoch soll darüber im Planungsausschuss diskutiert werden. Auch die Willicher Kreistagsmitglieder sollen in dieser Angelegenheit aktiv werden, da die Untere Landschaftsbehörde, die beim Kreis ansässig ist, am Ende über einen solchen Antrag entscheiden muss.

Die Bündnis 90/Die Grünen haben sich schon mehrfach gegen den „irrsinnigen Plan“ ausgesprochen, die Orangerie in den Park zu verlegen. Sie glauben auch nicht, dass die jetzige Initiative der übrigen Parteien Erfolg haben wird. Martina Stall spricht zumindest von einem „langwierigen Verfahren“, mit dem man nicht zu einer raschen Lösung komme.

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