Auch FDP und Grüne halten sich die Möglichkeit offen, das Willicher Archiv nach Dülken zu verlegen.

Teile des Willicher Archivmaterials sind derzeit in der Kempener Burg untergebracht.  Archiv
Teile des Willicher Archivmaterials sind derzeit in der Kempener Burg untergebracht. Archiv

Teile des Willicher Archivmaterials sind derzeit in der Kempener Burg untergebracht. Archiv

Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) fürchtet den Tod der Archivarbeit.

Laut Klaus Vogt ist die FDP für einen Archivumzug nach Dülken offen.

Aus Sicht von Raimund Berg (Grüne) ist eine Einigung möglich.

Reimann, Bild 1 von 4

Teile des Willicher Archivmaterials sind derzeit in der Kempener Burg untergebracht. Archiv

Willich. Bleibt das Willicher Stadtarchiv in Schiefbahn? Oder werden die Bestände nach Fertigstellung des neuen Kreisarchivs in Dülken untergebracht? Wird auch der bisherige Stadtarchivar Udo Holzenthal dort seinen Arbeitsplatz bekommen? Die Diskussion über diese Fragen nimmt Fahrt auf, nachdem Johannes Bäumges für die CDU-Fraktion signalisiert hatte, dass man über diesen Punkt neu nachdenken müsse.

Der bisherige Ratsbeschluss vom vergangenen Herbst war eindeutig. Danach soll das Stadtarchiv auf jeden Fall in Schiefbahn bleiben – vor allem auch, um die hervorragende Zusammenarbeit von Archiv, Heimatverein und den beiden weiterführenden Schulen an dieser Stelle nicht zu gefährden. „Diese Arbeit wollen wir auch künftig erhalten“, betont Klaus Vogt, Fraktionssprecher der FDP, auf Nachfrage der WZ. Gleichwohl sei seine Fraktion ebenso wie die CDU „nicht abgeneigt“, die Willicher Archivbestände nach Schiefbahn zu verlagern. Die Schulen und die Heimat- und Geschichtsfreunde Willich müssten sich jetzt dazu äußern, ob ihre Arbeit auch unter veränderten Bedingungen funktionieren könne.

Droht der pädagogischen Arbeit in Schiefbahn der Tod?

Der Landrat hatte unter anderem vorgeschlagen, die Willicher Archivbestände zu digitalisieren und passende PC-Arbeitsplätze in Schiefbahn zu schaffen. Auch ein Archiv-Shuttle nach Dülken und ein Archivkoffer zum Einsatz in Willich sind im Gespräch. Reicht das aus, um eine vernünftige Willicher Archivarbeit zu gewährleisten? Bernd-Dieter Röhrscheid, Fraktionsvorsitzender der SPD und gleichzeitig aktives Mitglied des Heimatvereins, hat daran ganz erhebliche Zweifel. Archivkoffer und Shuttle-Busse könnten die Arbeit vor Ort nicht ersetzen – und wie lange es dauert, die Bestände zu digitalisieren, sei auch völlig offen. Sein Fazit lautet deshalb „Wenn wir unsere Archivbestände nach Dülken bringen, wird die pädagogische Arbeit hier über kurz oder lang tot sein.“

Röhrscheid stört es, dass die CDU das Thema nun öffentlich gemacht hat, obwohl man sich im Ältestenrat ganz anders abgesprochen habe. Und ihn stört es auch, dass sich nun Leute an die Spitze der Debatte stellten, die das Stadtarchiv noch nie betreten hätten. Sein Eindruck sei: „Die Kollegen der CDU – insbesondere solche, die auch im Kreistag sitzen – machen sich zum Erfüllungsgehilfen des Landrats.“

Eine Entscheidung in der SPD-Fraktion ist noch nicht gefallen. Röhrscheid kann sich aber als Kompromiss vorstellen, die Willicher Bestände von vor 1970, die bislang in der Kempener Burg lagern, nach Dülken zu überführen, das Stadtarchiv aber am bisherigen Standort zu belassen. Problem: Eine Willicher Dependance des Kreisarchivs hat der Landrat bisher ausgeschlossen.

Aus Sicht von Raimund Berg (Bündnis 90/Die Grünen) wäre eine Einigung zwischen Stadt und Kreis über das Archiv möglich. Beide Seiten müssten sich dazu bewegen. So wie die CDU vorgeschlagen hatte, könne man der Verwaltung den Auftrag erteilen, in Verhandlungen mit der Kreisverwaltung nach einer sinnvollen Lösung zu suchen.

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