Joachim Meisner, Erzbischof der Domstadt, kommt aus alter Verbundenheit nach Anrath.

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Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen, kommt ebenfalls.

Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen, kommt ebenfalls.

Joachim Kardinal Meisner kommt am 29. August 2010 nach Anrath.

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Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen, kommt ebenfalls.

Anrath. Klar, der Mann ist nicht unumstritten. Aber, dass der Kölner Kardinal Joachim Meisner Ende August 2010 in Anrath auftritt und zum 1000-jährigen Bestehen des Ortes ein Pontifikalamt in der Pfarrkirche liest, ist für viele eine Ehre. Für manche aber auch ein Grund zur Nachfrage: "Wieso kommt der höchste Repräsentant des Erzbistums Köln nach Anrath? Wir gehören doch zum Bistum Aachen." So reagierte ein Mitglied der Pfarrgemeinde auf die Berichterstattung in der WZ.

"Das hat historische Gründe", erklärt Manfred Jacobs, persönlicher Referent des Willicher Bürgermeisters und Mit-Organisator des Jubiläums. "Dass sich die Pfarre St.Johannes von der Gemeinde St. Peter bei Kempen abspalten konnte, geschah mit Zustimmung des Erzbistums Köln", erklärt Jacobs.

Dr. Joachim Oepen vom historischen Archiv der Erzdiözese, unterstreicht diese Erkenntnis. "Früher gehörte das ganze Gebiet zum Erzbistum Köln", erläutert er. Erst im 20. Jahrhundert wurde das Gebilde so groß, dass es nicht mehr zu verwalten war: Industrielle Revolution, sehr viele Menschen zogen in die Gegend, es wurde voll. Das war der Grund, warum 1929/30 das Bistum Aachen aus der Taufe gehoben wurde.

Das Bistum Aachen hatte einen Vorgänger

"Das wiederum darf man nicht verwechseln mit dem ersten Bistum Aachen", warnt der Historiker. Das wurde 1801 in der napoleonischen Zeit gegründet. "Napoleon war doch ein Fan von Karl dem Großen. Also musste Aachen der Bischofssitz werden", sagt Oepen. Sprich: Fast das ganze Erzbistum wurde plötzlich der alten Kaiserstadt zugeschlagen. Was dann 1821 wieder rückgängig gemacht wurde.

Zurück zu Anrath: Als dieser Ort gegründet wurde, waren die Umrisse des späteren Bistums bereits gut zu erkennen. Und weil es diese alten Querverbindungen gibt, ist es für den Kölner Kardinal - wer immer es gerade ist - eine Selbstverständlichkeit, quasi aus alter Verbundenheit zu erscheinen.

Mit einem Vorurteil räumt Manfred Jacobs allerdings auch auf: Die Einladung an Kardinal Meisner hat nichts damit zu tun, dass die Pfarre irgendeinen Stress mit Bischof Heinrich Mussinghoff in Aachen hätte. "Da ist nichts dran." Und weil niemand den Aachener Herrscher vor den Kopf stoßen will, wird dieser ebenfalls im Zuge des Jubiläums nach Anrath kommen und ein Hochamt zelebrieren.

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