Wochenlang kam Familie Bormann nicht ins Netz. Dabei hätte der Schaden in zehn Minuten behoben sein können.

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Gerhard Bormann war wochenlang privat und beruflich vom Internet abgeschnitten.

Gerhard Bormann war wochenlang privat und beruflich vom Internet abgeschnitten.

Friedhelm Reimann

Gerhard Bormann war wochenlang privat und beruflich vom Internet abgeschnitten.

Vorst. Wenn das Wörtchen Arcor fällt, sieht Gerhard Bormann Rot. 2008 schloss der Vorster den Vertrag mit dem Anbieter, orderte ihn als Generallieferant in Sachen Internet und Telefon für die Familie und die Apotheke seiner Ehefrau Regina Bormann.

Im vergangenen Juli traten Probleme mit Übertragungsraten auf. Sie waren zu niedrig. 6000 Kilobyte sollten es sein, die Rate war aber gar nicht zu messen. "Am 22. Juli informierte ich Arcor", sagt Bormann. Für den 24.Juli wurde ein Techniker angekündigt, am 27. tauchte er auf und bestätigte die Störung. Bis spätestens Anfang August sollte sie beseitigt sein. Nichts passierte.

Stattdessen rückte am 10.August plötzlich die Telekom an und arbeitete am Verteiler. Tags drauf folgte eine weitere Verteiler-Überprüfung durch Arcor. Ergebnis: Die Übertragungsraten seien schon dort viel zu niedrig. Das Problem werde an einen weiteren Techniker übergeben.

Rezeptrechnungszentrum und Online-Banking nicht erreichbar

Was folgte, war ein ständiges Hin und Her zwischen Familie Bormann und ihrem Anbieter. "Per Fax habe ich schließlich gedroht, die letzte Rechnung per Lastschrift zurück buchen zu lassen." Das machte Bormann am 21. August. Zwei Tage später schickte er einen Brief an den Arcor-Vorstand. Keine Reaktion.

Jetzt kündigt Bormann Schadensersatzforderungen an. Die Arbeit in der Apotheke leidet unter dem nicht funktionierenden Internet erheblich. Online-Anfragen beim Großhändler können nicht gestellt werden, Updates für die Programme sind nicht möglich, das Rezeptrechnungszentrum ist nicht zu erreichen, das Online-Bankgeschäft funktioniert nicht.

Vodafone hatte im Mai 2008 den Konkurrenten Arcor übernommen. Seit 1. August bietet das Tochterunternehmen seine Dienstleistungen nur noch unter dem Namen Vodafone an. Für die Kunden ändere sich nichts, versicherte Vodafone.

"Es dauert so lange, bis sich eine Verbindung aufbaut, dass der Rechner wegen Zeitüberschreitung abbricht", sagt Bormann. Das Schlimmste ist: Arcor ist nicht mehr zu erreichen. "Wenn wir die Hotline anrufen, teilt uns eine automatische Stimme mit, dass man über die Störung informiert sei."

Auf WZ-Anfrage bei Arcor/Vodafone teilte Pressesprecher Thomas Rompczyk mit, die Leitung sei in Ordnung. "An der Verteilerstelle lag es nicht." Man vermute, dass ein Problem am Modem vorliege und werde erneut einen Techniker schicken.

Der rückte am späten Donnerstagabend an. Und siehe da: Das Modem war tatsächlich defekt. Innerhalb von zehn Minuten war das Problem behoben, das Bormann zwei Monate zu schaffen machte...

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