Das Vorster Hilfswerk schickt Medikamente teils auf dem Landweg. Zwei Lieferungen - unter anderem für die Duisburger Rettungsspezialisten der ISAR - seien schon vor Ort eingetroffen, drei weitere liegen noch in Miami.

Vorst. Bei der action medeor war gestern Vormittag Annahmeschluss: "Erst Dienstagnachmittag können wir neue Aufträge für Medikamenten-Lieferungen nach Haiti annehmen", erläuterte Susanne Haacker, Sprecher des Vorster Hilfswerks. Eine ganze Liste von Lieferung so genannter Emergency Health Kits musste bis dahin noch abgearbeitet werden.

Das Packen in Vorst ist dabei das kleinere Problem. Die größere Schwierigkeit besteht darin, den Transport in das Erdbeben-Gebiet zu organisieren. "Teilweise nutzen wir dabei die Flüge von Partnerorganisationen wie Care oder Malteser", berichtet Haacker.

Zwei Lieferungen - unter anderem für die Duisburger Rettungsspezialisten der ISAR - seien schon vor Ort eingetroffen, drei weitere liegen noch in Miami. Sie werden teils über Santo Domingo (Dominikanische Republik) auf dem Landweg nach Haiti gebracht. Für den notwendigen Schutz sorgen Blauhelm-Soldaten - die Plünderungen haben zugenommen.

"Wir arbeiten rund um die Uhr", berichtet Susanne Haacker aus der Medeor-Zentrale. Dabei gibt es immer wieder neue Nachrichten aus Haiti. So ist ein Krankenhaus in Petionville, das von der Karlsruher Hilfsorganisation "Unsere kleinen Brüder und Schwestern" unterhalten wird, fast vollständig intakt.

Allerdings auch völlig überlastet, wie Susanne Haacker berichtete: "Teils liegen die Verletzten vor dem Haus auf der Straße und warten auf die Behandlung." Medeor hilft auch hier mit Medikamenten-Lieferungen über Santo Domingo.

Ein Emergency Health Kit besteht aus 28 großen Kartons auf zwei Paletten. Es setzt sich aus zehn Basis- und 18 Ergänzungseinheiten zusammen. Die Kartons enthalten Verbandsstoffe, Schmerzmittel, Antibiotika, Einmalspritzen und Infusionen. Mit einer solchen Notfall-Hilfseinheit können 30.000 Menschen einen Monat lang versorgt werden.

Die Karlsruher Organisation hat auch ein Waisenhaus auf Haiti. Vor dort konnte gestern eine gute Nachricht an eine verzweifelte Frau aus Deutschland weitergereicht werden, die sich an medeor gewandt hatte. Sie war in Sorge um ein Kind, das sie adoptiert hat und das demnächst nach Deutschland kommen soll. "Wir konnten ihr sagen, dass im Waisenhaus alle Kinder überlebt haben", freut sich Susanne Haacker.

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