Die Vorsterin Lisa Hanke kümmert sich um Hunde, Katzen und Pferde. Auf Zwinger, Gehege und Gitter wollte die Tiertrainerin verzichten.

Lisa Hanke hat in Vorst gegenüber Haus Neersdonk eine Tierpension mit Hunden und Katzen eröffnet.
Lisa Hanke hat in Vorst gegenüber Haus Neersdonk eine Tierpension mit Hunden und Katzen eröffnet.

Lisa Hanke hat in Vorst gegenüber Haus Neersdonk eine Tierpension mit Hunden und Katzen eröffnet.

Reimann

Lisa Hanke hat in Vorst gegenüber Haus Neersdonk eine Tierpension mit Hunden und Katzen eröffnet.

Vorst. Paul legt seinen blauen Spielzeugknochen vorsichtig auf den Boden und schaut Lisa Hanke erwartungsvoll an. Mit Schwung wirft die 29-Jährige den Knochen über die Wiese, Rüde Paul prescht hinterher. Gerade vor drei Monaten hat die Vorsterin ihre eigene Hundepension eröffnet.

Doch auf Zwinger, Gehege und Gitter wollte die Tiertrainerin verzichten. Vielmehr umgibt sie sich mit einem Rudel aus Gästen, die auf ihrem Grundstück vorübergehend Abenteuerurlaub erleben. Den ganzen Tag wird gespielt, getobt, spaziert. Aber die Hunde lernen auch ein paar Regeln für den Alltag.

Oftmals reagieren Besucher skeptisch, ob es in einem Rudel, in dem fremde Vierbeiner zusammen kommen nicht allzu heftigen Stress und Raufereien gibt.

Doch die entspannte Atmosphäre und die gelassenen Vierbeiner sprechen für sich. "Die Ruhe im Rudel ist enorm wichtig - sicher muss ein neuer Gast sich auch mit den anderen verstehen", erklärt Hanke. Doch zu größeren Schwierigkeiten sei es bisher nicht gekommen.

Strenger Blick, knurrender Unterton: Dann ist Ruhe im Rudel

Harmonie und Ruhe sei entscheidend fürs Wohlbefinden aller, sagt die Trainerin. Schließlich ist sie nicht nur von Hunden umgeben. Drei Ponys und zwei Katzen gehören noch zum Haushalt. Und: Die gelernte Tierheilpraktikerin ist Mutter von zwei Kleinkindern. "Ohne die Unterstützung meines Mannes würde das alles natürlich nicht funktionieren", weiß Hanke.

Und wenn dann ein "neuer Hund" als Gast ins Rudel kommt, ist erst einmal ein Probetermin angesagt. "Wir hatten einen Neuankömmling, von dem Frauchen geglaubt hat, er würde sich nicht mit fremden Hunden verstehen - hier hat es wunderbar geklappt."

Was ist das Geheimrezept? "Es gibt jedem Hund enorme Sicherheit, wenn er weiß, welche Stellung er in einem Rudel hat, was er darf und was nicht." Dafür benötigt Hanke einen strengen Blick, einen knurrenden Unterton und deutliche Anweisungen.

Dann geht es in den "Platz" und nach ein paar Minuten hat sich die Lage entspannt. Natürlich helfen auch ihre erfahrenen Hündinnen Gypsy und Sunny bei der Führungsarbeit. Die beiden Bobtail-Mischlinge haben Neuankömmlinge immer gut im Blick. "Gerade die Klarheit im Umgang miteinander und die eindeutige Interaktion" - das fasziniert die Tiertrainerin an Hunden. Deshalb kann sie sich ein Leben ohne Vierbeiner nicht vorstellen.

"Mit einem wuscheligen Boomer-Verschnitt, einem Boxer-Doggen-Mischling und einem Schnauzermix hat alles angefangen", erinnert sie sich. Dass gerade eigenwillige Hunde bei ihr viel besser reagieren, hört sie häufig von den Tierbesitzern.

"Oftmals vermenschlichen die Tierhalter die Hunde", erzählt Lisa Hanke. Das Tier genieße meist allzu viele Privilegien: kommt aufs Sofa, ins Bett, wird auf den Arm gehoben und bekommt Streicheleinheiten, wenn es sie möchte. Es fehle die Führung und klare Regeln.

Und wenn die Vorsterin eine freie Minute hat, widmet sie sich der Fotografie. Ihre Motive? "Hunde und Pferde natürlich", sagt sie und lacht.

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