Willicher SPD möchte, dass die Stadt einen Krisenplan für Reaktorpannen erarbeitet.

Willicher SPD möchte, dass die Stadt einen Krisenplan für Reaktorpannen erarbeitet.
Der berüchtigte Pannen-Reaktor Tihange in Belgien.

Der berüchtigte Pannen-Reaktor Tihange in Belgien.

dpa

Der berüchtigte Pannen-Reaktor Tihange in Belgien.

Willich. „Top 4: Vorbereitung der Stadt auf einen atomaren Ernstfall.“ So ist es in der Tagesordnung für die nächste Sitzung des Willicher Ausschusses für Abgaben, Gebühren und Satzungen zu lesen, der am nächsten Mittwoch zusammenkommt. Dahinter steckt inhaltlich allerdings nicht die vage Angst vor einem Atomkrieg, sondern die konkrete Vorbereitung auf einen möglichen Störfall in den belgischen Pannen-Reaktoren.

Die SPD-Fraktion hat um Prüfung gebeten, ob die Stadt bei einem Reaktorunglück – zum Beispiel in Tihange – „krisentauglich ist“. Ähnlich wie in Aachen und den umliegenden Städten müsse es für Willich einen Krisenplan geben, da die Stadt im Fall ungünstiger Witterung ebenso stark betroffen sei. „Bürgerinformationsabende über den richtigen Umgang mit solch einer Katastrophe wären ratsam“, schreibt die SPD in ihrer Antragsbegründung. Auch müsse überlegt werden, ob die Feuerwehr über eine Dekontaminationsanlage verfügen müsse.

Die Stadtverwaltung glaubt allerdings, dass ein solches Szenario mit sehr hohem Koordinierungs- und Entscheidungsbedarf über die Zuständigkeit der Stadt Willich hinausgeht. Diese könne hier nicht allein handeln, sondern ein kreisweit koordiniertes Vorgehen sei notwendig. „Unnötig irritiert“ werde die Bevölkerung dagegen, wenn es zu Alleingängen einer Kommune komme. Zur Beschlussfassung im Ausschuss schlägt die Verwaltung daher vor, Gespräche mit dem Kreis Viersen über einen möglichen Katastrophenschutzplan für einen atomaren Störfall aufzunehmen. WD

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