Die Umgestaltung ist fast abgeschlossen. Anwohner klagen über schlechte Parkmöglichkeiten.

Die Umgestaltung ist fast abgeschlossen. Anwohner klagen über schlechte Parkmöglichkeiten.
Andrea Hasenbeck muss den Kaffee über die Straße hinweg servieren.

Andrea Hasenbeck muss den Kaffee über die Straße hinweg servieren.

Christoph Smits hält die Umgestaltung für gelungen.

Aus Sicht von Georgios Mavromoustakakis sieht der Platz super aus.

Hans-Peter Schulmeister, Tamara Gartz und Thomas Brandt (v.l.) kritisieren die geringe Zahl an Parkplätzen auf dem Kaiserplatz. Alle

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Andrea Hasenbeck muss den Kaffee über die Straße hinweg servieren.

Willich. Am Dienstag war erwartungsgemäß auf dem neugestalteten Kaiserplatz nicht viel los. Vor etwa einer Woche waren auf dem neuen hellen Pflaster die ersten Bäumchen gepflanzt worden. Spielgeräte und eine Bank sind bereits installiert. Während der Platz noch sehr kahl aussieht und auf seine Endgestaltung wartet, herrscht vor allem am Rand, an den etwa 20 Parkbuchten, ein ständiges Kommen und Gehen – beziehungsweise An- und Abfahren. Zahlreiche Anwohner, die die WZ nach ihrer Meinung befragt, äußern sich sehr kritisch über die Reduzierung der Parkplätze auf dem gesamten Areal.

Wie ein Lauffeuer sprach sich die WZ-Recherche herum. Schnell waren zahlreiche direkte Anwohner beim Berichterstatter. Wie die 74-jährige Marie-Luise Hölzel. Sie sagt: „Ich habe in den vergangenen Wochen schon sieben Knöllchen bekommen.“ Denn dort darf in den 20 Parkbuchten, zwischen dem neuen Café „KaiserEck“ und der GWG-Wohnstätte, jetzt nur noch mit der Parkscheibe eine Stunde geparkt werden. Marie-Luise Hölzel wohnt seit etwa 15 Jahren dort, muss jetzt werktags jede Stunde den Wagen wegfahren.

Die Investition sei „rausgeschmissenes Geld“

„Ein Unding“, sagt ebenfalls Thomas Brandt, der direkt neben dem Platz seine Versicherungsagentur hat und dort der Eigentümer von zahlreichen Mietwohnungen ist. Tamara Gartz erzählt in etwa das Gleiche, wünscht, dass dort ein Anwohner-Parken erlaubt wird. Mit dem Rollator kommt Anita Schulmeister dazu. Die 88-Jährige kommentiert: „Es wird bestimmt schön, wenn hier alles fertig ist, aber die Parkplätze durften nicht so gewaltig reduziert werden.“ Ihr Sohn Hans-Peter Schulmeister kann dies nur bestätigen. Die Schulmeisters hatten dort über 130 Jahre lang einen Druckerei. Der 62-Jährige äußert: „Die absehbare schlechte Anlieferung war mit ein Grund, warum ich den Betrieb im Januar 2015 aufgegeben habe.“ Die Investition bezeichnet er als „rausgeschmissenes Geld“. Man hätte lieber den Platz in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig pflegen und instandhalten sollen.

Von ehemals 80 Parkplätzen sind 34 übrig geblieben

Mehr als 80 Parkplätze waren es früher auf dem gesamten Kaiserplatz. Jetzt sind es nur noch etwa 34, davon sind 14 gegenüber dem großen GWG-Wohnhauses ausgewiesen. „Durch das eingeschränkte Parken ist zweifelsohne unsere Wohnqualität hier erheblich eingeschränkt worden“, ärgert sich nicht nur darüber Architektin Gudrun Holzmann. Auch die neue Beleuchtung sei viel zu grell: „Das ist so, als ob ein Flutlicht in unser Kinder- und Wohnzimmer strahlt.“ Und sie bezeichnet ferner die Bodenschwellen, die in den einzelnen Parkbuchten betoniert sind und ein Vorfahren der Autos bis an den Bürgersteig vermeiden wollen, als Stolperfallen.

Es gibt aber auch positive Stimmen. So von Christoph Smits, der in seinem Laden an der Peterstraße für Lomberg-Immobilien arbeitet. Er sagt: „Ich bin mal gespannt, wie es aussieht, wenn alles fertig ist. Ich finde jedenfalls den Umbau gelungen, der Platz macht jetzt im Gegensatz zu früher was her.“ „Der Platz sieht jetzt super aus; natürlich wäre es wünschenswert, wenn noch einige Parkplätze dazu kämen“, meint Georgios Mavromoustakakis, der im Einmündungsbereich zum Kaiserplatz eine Ergo-Generalagentur hat.

Auch Andrea Hasenbeck, die seit einigen Monaten das Café KaiserEck an Peterstraße/Kaiserplatz betreibt, wünscht sich mehr Parkmöglichkeiten: „Morgen bewirte ich zum Beispiel etwa 90 Hochzeitsgäste, die müssen wohl erst mal einen langen Fußweg in Kauf nehmen.“ Spätestens ab dem Frühjahr werden ihre Mitarbeiterinnen ebenfalls gut unterwegs sein müssen. Denn sie müssen dann Kaffee und Kuchen über den jetzt viel befahrenen Straßenzug „Kaiserplatz“ zu ihrer neuen Außengastronomie bringen, etwa 20 bis 30 Meter von ihrem Café entfernt. Dies gilt dann auch für ihre Gäste, wenn diese die Toilette aufsuchen möchten. Hasenbeck: „So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt.“

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