Mögliche Varianten der Straße wurden im Planungsausschuss vorgestellt. Die Politik sieht noch viel Beratungsbedarf.

Schiefbahn. Das Thema taucht seit rund 40 Jahren immer mal wieder im Planungsausschuss auf: die Schiefbahner Nordumgehung. Jetzt stellte das Planungsbüro „Brilon Bondzio Weiser“ eine Machbarkeitsstudie vor.

Untersucht wurden mehrere Alternativen. Die Kosten sollen sich auf gut acht Millionen Euro belaufen. Der Ausschussvorsitzende Christian Pakusch mahnte: „Bis zum Sommer sollten wir zu einer Entscheidung kommen.“ Gekommen waren zahlreiche Einwohner, die von einer Nordumgehung betroffen wären.

Alle drei Varianten beginnen an dem noch zu errichtenden Kreisverkehr an der Korschenbroicher Straße. Eine denkbare Variante endet auf der Albert-Oetker-Straße am bereits bestehenden Kreisverkehr gegenüber Aldi.

Eine weitere mögliche Trasse führt noch über die ehemalige Bahnlinie in Niederheide hinaus. Eine dritte, und diese stand jetzt im Fokus, verschwenkt westlich des St. Bernhard Gymnasiums auf die Albert-Oetker-Straße, die nach einem leichten Schlenker nach Norden auf einen zu errichtenden Kreisverkehr stoßen würde. Der mögliche Straßenverlauf verläuft südlich des Berderhofs und nördlich der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule. In Höhe des Berderhofs wäre eine Verbindung zur Langebendstraße möglich.

Entlang dieser Verbindung könnte zusätzliche Wohnbebauung entstehen. Im idyllischen Diepenbroich, das für einige hundert Schülerinnen und Schüler Teil des Schulwegs ist, könnte eine Brücke errichtet werden, so Wigand Klee vom Bochumer Ingenieurbüro. So könnten sie gefahrlos die Umgehung überqueren.

Das ist aber alles noch reine Zukunftsmusik. Hans-Peter Koch (FDP) fragte, warum ein Streckenverlauf bis zur Straße Am Klapptor in Niederheide nicht untersucht worden ist. Diese Straße wird zurzeit sehr intensiv als – unerlaubte – Abkürzung von und nach Wekeln genutzt. „Wir haben noch ganz viel Beratungsbedarf. Ich sehe noch nicht, dass wir auf einem guten Weg sind“, erklärte Koch. Ralf Oerschkes (SPD) griff die Idee, die Problematik „Am Klapptor“ mit anzupacken: „Schiefbahn und Wekeln sollte man gemeinsam sehen.“

Christian Pakusch erkannte, dass die Trasse in geringer Entfernung von dem geplanten sozialen Wohnungsbau an der Fontanestraße verlaufen würde. „Würden Sie die Ortsumgehung umsetzen“, fragte Pakusch den Ingenieur aus Bochum. Dessen Antwort: „Diese Frage ist nicht klar mit Ja oder Nein zu beantworten.“

Georg Heyes, Landwirt auf dem Berderhof, machte folgenden Alternativvorschlag: „Man könnte die Siedlerallee wieder öffnen, Tempo 30 einrichten und eine Durchfahrt für Lkw verbieten.“ Er erinnerte daran, dass die Trasse der Nordumgehung die Schulverkehrsrouten gleich mehrfach kreuzen würde. Seine düstere Prognose: „Da wird es eines Tages Tote geben.“

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