Für das Retriever-Netzwerk gab’s in Neersen einen Trödelmarkt.

wza_1447x1500_546880.jpeg
Sandra und Käthe Müller (mit Teddy) setzten sich für Retriever ein.

Sandra und Käthe Müller (mit Teddy) setzten sich für Retriever ein.

Sandra und Käthe Müller (mit Teddy) setzten sich für Retriever ein.

Neersen. "Lux, die Schönheitsseife der Filmstars in aller Welt": Rund 50 Jahre alte, original verpackte Seifenstücke waren nicht die einzigen Attraktionen auf dem Trödelmarkt an der Kirchhofstraße. Dort, wo früher eine Postagentur und zuletzt ein Fahrradgeschäft war, bot Kathe Müller jetzt die unterschiedlichsten Sachen an. Der Erlös kommt dem Tierschutz zugute, genauer gesagt, dem Retriever-Netzwerk.

Welpenzucht vielfach die "Lizenz zum Gelddrucken"

Retriever sind Modehunde, Tiere, denen es blendend gehen müsste. Käthe Müller weiß, dass die Realität anders aussieht: "Viele Retriever werden unter unwürdigsten Bedingungen als reine Zuchtmaschinen gehalten." Das deutsche Tierschutzgesetz lasse so etwas zu. Die Welpenzucht sei für manche Leute so etwas wie die Lizenz zum Gelddrucken.

Wer sich einen Retriever zulegen und nichts falsch machen möchte, den klärt die kleine private Gruppe um Käthe Müller auf. Im Internet gibt es Tipps unter www.augen-auf-beim-welpenkauf.de.

Die Tierfreunde vermitteln auch Zuchthunde, die ihren langjährigen Besitzern kein würdiges Gnadenbrot wert sind (Telefon 02156/600042). Und sie kümmern sich um Notfälle wie Tracy, eine verhaltensauffällige Hündin, die in einem Heim untergebracht ist für 13 Euro pro Tag.

Käthe Müller rechnete beim Trödeln gerne in einer sehr speziellen Währung: "13 Euro sind für mich ein Tracy." Die Schallplatte mit Weihnachtsliedern war nach wenigen Minuten vergriffen, das romantische Sommerkleid sollte hängen bleiben. Ebenfalls noch nicht ausverkauft: Die Tommy-Hilfiger-Hemden, die Trachtenjacke für kalte Herbsttage und jede Menge Bücher.

Auf einem vier Meter langen Tisch fanden Hundefreunde alles für ihren vierbeinigen Liebling - es musste nicht unbedingt ein Retriever sein. Leinen aus Erstbesitz, Schraubzwinger aus Opas Schreinerwerkstatt, ein Katzentunnel aus Plüsch, neuwertige Swatch-Uhren: Das Angebot war groß, die Nachfrage nicht schlecht.

Käthe Müller hatte mit Tochter Sandra eine tüchtige Verkäuferin. Die 62-Jährige weiß, warum Retriever so beliebte Hunde sind: "Sie wollen gefallen, für die Menschen da sein."

Kommenden Samstag, 29.August, sind Käthe und Sandra Müller wieder im Haus von Altmann & Partner, Kirchhofstraße 21, anzutreffen. Ab 9.30 Uhr wird noch einmal Trödel verkauft, außerdem gibt es Tipps für Retriever-Freunde und alle, die es werden wollen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer