Petra Knoth, Christine Bender und Steffi Caulton konnten nur wenig Kleidung für La Paz verkaufen.

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Diese Frauen versuchten am Samstag gebrauchte Kinderkleidung für den guten Zweck zu verkaufen. Leider mit nur mäßigem Erfolg.

Diese Frauen versuchten am Samstag gebrauchte Kinderkleidung für den guten Zweck zu verkaufen. Leider mit nur mäßigem Erfolg.

Friedhelm Reimann

Diese Frauen versuchten am Samstag gebrauchte Kinderkleidung für den guten Zweck zu verkaufen. Leider mit nur mäßigem Erfolg.

Anrath. Petra Knoth und ihre Mitstreiterinnen Christine Bender und Steffi Caulton machten am Samstag auf dem Anrather Trödelmarkt eher mäßige Geschäfte - und vergossen dennoch Freudentränen. Die Frauen, die ein Krankenhaus in La Paz/Bolivien unterstützen, konnten enttäuschend wenig gebrauchte Kinderkleidung für den guten Zweck verkaufen.

Die Geschäfte liefen allgemein schlecht am Samstag. Umso mehr freuten sie sich, dass der Veranstalter des Trödelmarktes, Helmut Nacken, kurz entschlossen bei den Trödlern sammelte und anschließend den Frauen 206 Euro überreichte.

Die werden am 6. und 7. November erneut ihre Waren feilbieten. "Ich habe keinerlei Erfahrung mit Trödelmärkten", gestand die Anratherin Petra Knoth (55). Ihre Freundin Steffi Caulton war eigens aus der Türkei eingeflogen, um in die Rolle der Kinderbekleidungs-Fachverkäuferin zu schlüpfen.

Ebenfalls mit dabei: Christine Bender (33) aus München, eine Kollegin von Petra Knoth. Sie hatte bis vor sechs Wochen in den bolivianischen Krankenhaus für behinderte Kinder gearbeitet, dafür ihren Job aufgegeben. Jetzt musste sie sich ganz anderen Herausforderungen stellen: Welche Größe haben diese Kinderschuhe, können die Plastikautos auch für zwei statt für drei Euro abgegeben werden?

Der Tag begann gut und endete wenig erfreulich für die Frauen

Die rund 160 Kilogramm Kinderkleidung - hinzu kamen einige Kartons Spielzeug, ein Packen Bücher und Damenschuhe - sollten wie Blei liegen bleiben. Gespendet worden waren sie von Kolleginnen von Petra Knoth, die bei einem großen Software-Konzern arbeitet. Dabei hatte der Tag so gut begonnen: Die anderen Trödler hatten den unerfahrenen Frauen Zelt und Stand ruckzuck aufgebaut. Dann war da noch die unerwartete Spende der Trödler gekommen.

Doch die drei Frauen mussten auch herbe Enttäuschungen wegstecken. "Und wer spendet für mich?", hatte ein nicht gerade wirtschaftlich minderbemittelt erscheinender Mann gefragt - ein Zynismus vor allem für Christine Bender, die das Elend in Bolivien ja bis vor kurzem hautnah miterlebt hatte.

Gisa Schmitz, eine erfahrene Trödlerin aus Krefeld, klärte Petra Knoth und ihre Freundinnen auf: "Ein bis zwei Euro - mehr bekommt man für gut erhaltene Textilien nicht. Selbst der schönste Pelzmantel bringt nicht mehr als 25 Euro. Das ist "ne Schande, ich weiß."

Eigentlich sollten die Textilen ja nach Bolivien geschickt werden. Zu erwartende Probleme beim Import und korrupte bolivianische Behörden, die hemmungslos die Hand aufhalten, hatten die drei Frauen veranlasst, die Kleidungsstück hier zu verkaufen. Am ersten November-Wochenende werden sie wieder auf dem Anrather Trödelmarkt ihr Glück versuchen.

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