Seit fünf Jahren gibt es das Krematorium in Willich. Am Samstag, 27. September, ist dort Tag der offenen Tür.

Geschäftsführer Stefan van Dorsser vor dem Krematorium an der Kempener Straße in Willich.
Geschäftsführer Stefan van Dorsser vor dem Krematorium an der Kempener Straße in Willich.

Geschäftsführer Stefan van Dorsser vor dem Krematorium an der Kempener Straße in Willich.

Eine Zeremoniehalle bietet Platz für bis zu 150 Trauergäste.

Reimann, Bild 1 von 2

Geschäftsführer Stefan van Dorsser vor dem Krematorium an der Kempener Straße in Willich.

Willich. Das Ambiente ist außergewöhnlich: Versteckt inmitten eines alten Baumbestandes liegt der ehemalige Gutshof des Barons von Bönninghausen. Das Ensemble der historischen und mit viel Akribie und Aufwand modernisierten Gemäuer sieht drinnen wie draußen sehr einladend aus. Dabei geht es dem Besitzer darum, dort den Toten einen pietätvollen und persönlichen Abschied zu ermöglichen. Die Rede ist vom „Krematorium Niederrhein Willich“, das sich nach 2012 am Samstag, 27. September, von 11 bis 16 Uhr, mit einem weiteren Tag der Offenen Tür vorstellen wird.

„Hier kommen sogar junge Leute vorbei und fragen, ob sie bei uns ihre Hochzeit feiern dürfen. Das geht natürlich überhaupt nicht“, sagt Geschäftsführer Stefan van Dorsser. Der 36-Jährige arbeitet mit seinen fünf Mitarbeitern in Willich für die niederländische „Facultatieve Gruppe“, die in den Niederlanden und Deutschland mittlerweile acht Krematorien betreibt und außerdem in Holland zwei Friedhöfe besitzt.

Mit einem Kostenaufwand von rund 4,5 Millionen Euro hatte das hochmoderne Krematorium mit großem Empfangsraum, zwei Zeremoniehallen (mit 50 bis zu 150 Sitzplätzen), mehreren Kondolenzräumen und eigener und großzügiger Gastronomie im August 2009 seinen Betrieb aufgenommen.

Um den Betrieb wirtschaftlich führen zu können, seien im Jahr etwa 1000 Einäscherungen notwendig. Das hatte der Vorstandsvorsitzende der Gruppe, Henry Keizer, damals gesagt. Von daher ist man schon lange im grünen Bereich. So waren im vergangenen Jahr die beiden bis zu 1150 Grad heißen Öfen insgesamt etwa 3500 Mal in Betrieb.

Ein individueller Abschied wird möglich gemacht

„Die Angehörigen kommen größtenteils aus einem Umkreis von etwa 30 Kilometern“, sagt der Geschäftsführer. Ein Abschied in jeder individuellen Form wird dort innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen möglich gemacht. Angefangen von der reinen Bestattung ohne vorherige Aufbahrung der Toten und ohne Trauerfeier bis hin zu großen Verabschiedungen mit speziellen Musik- oder Filmwünschen und Fünf-Gänge-Menüs. Dies ist natürlich auch von den Finanzen abhängig. Die Preisspanne geht von einigen hundert Euro bis hin zu Beträgen im hoch vierstelligen Bereich.

Das „Krematorium Willich Niederrhein“ an der Kempener Straße 1 direkt neben dem Wertstoffhof in Münchheide hat montags bis freitags geöffnet, jeweils von acht bis 17 Uhr.

Tag der Offenen Tür ist am Samstag, 27. September, 11 bis 16 Uhr.

Tel. 02154/486860.

Eng und gut arbeite man mit den örtlichen und überörtlichen Bestattungsunternehmern zusammen, ergänzt Stefan van Dorsser. Diese suchen auch in Absprache mit den Angehörigen die Särge und Urnen aus. Bislang konnten auch einige Sonderaufträge erfüllt werden. So sei einige Male die Asche in den Niederlanden auf Friedhöfen oder sogar vom Flieger über der Nordsee verstreut worden.

„Oder da wollte ein Angehöriger im Ausland die Asche in seinem Garten benutzen, sie an einer bestimmten Stelle verstreuen und darauf einen Baum pflanzen.“ In Deutschland sei so etwas aber nicht erlaubt. Auch dürfe man nicht große Teile der Asche voneinander trennen. Van Dorsser fügt hinzu: „Bis zu drei Gramm Asche des Toten dürfen wir zur eigenen Trauerbewältigung dem Angehörigen geben, der diese Asche dann als Erinnerung in einem Ring oder einem Amulett verarbeiten kann.“

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