Im Real Future Store hat Nadja Auermann eine Million Impfdosen für Unicef in Empfang genommen.

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Unicef-Botschafterin Nadja Auermann beim Termin in St. Tönis.

Unicef-Botschafterin Nadja Auermann beim Termin in St. Tönis.

Unicef-Botschafterin Nadja Auermann beim Termin in St. Tönis.

Tönisvorst. Nicht einmal die Besucher des Real-Marktes bekommen sie zu sehen. Geschweige denn die Tönisvorster. Nadja Auermann bleibt im Besucherzentrum des Future Stores. Dort nimmt sie symbolisch den Gegenwert von einer Million Impfdosen gegen Tetanus entgegen. Sie ist Projektbotschafterin der Unicef-Kampagne gegen Wundstarrkrampf, an der sich auch Real und Pampers beteiligen.

"Wir danken den Kunden", sagt Vertriebsgeschäftsführer Roland Neuwald. Die haben 40 bis 50 Prozent mehr dieser Produkte gekauft als im Vorjahreszeitraum. "Und das, obwohl Tetanus hierzulande kein Thema mehr ist." Das Gladbacher Unternehmen hatte die 500.000 Impfdosen, die aus dem Verkauf von Pampers-Produkten zusammen gekommen waren, verdoppelt.

Besucher mit kräftigem Händedruck begrüßt

Neuwald darf neben dem Supermodel sitzen. Nadja Auermann, seit einigen Jahren auch Schauspielerin, trägt keinen Schmuck. Ein schlichtes kurzärmliges Shirt lässt ihre schlanken Arme frei. Ihre Beine - sie galten lange als die längsten der Modewelt - stecken in weiten Hosen, ihre Füße in flachen Schuhen. Besucher begrüßt sie mit einem kräftigen Händedruck.

Zusammen mit Claudia Berger von Unicef erzählt sie von der Krankheit, an der alle drei Minuten ein Kind stirbt. Mit Berger war sie in Liberia, einem der am meisten betroffenen Länder.

"Es war beeindruckend, wie arm dieses Land ist", sagt Auermann. Während des Sprechens ist ihrem Gesicht mit den hohen Wangenknochen deutlich anzusehen, wie sehr sie das erschüttert hat. Schon beim Abbinden der Nabelschnur können die tödlichen Erreger in die kleinen Körper eindringen.

Auermann hat verstanden, wie schwer es ist, in diesem vom Krieg zerstörten Land. Und warum. "Weil die meisten Menschen nicht lesen können, wird in der Gesundheitsaufklärung viel mit Bildern gearbeitet."

Besonders beeindruckt war sie von "der Kraft der Mütter, mit der sie um das Leben ihrer Kinder kämpfen." Die Stunden Fußmarsch, mit denen sie zu Gesundheitszentren laufen. Die Vehemenz, mit der sie die Kinder zum Schulbesuch anhalten. "Die tun alles für eine bessere Zukunft."

Außer für Unicef engagiert sich Auermann, selbst zweifache Mutter, auch für eine Schule in Thailand. Vor dem Termin mit den vielen Fotographen kommt eine Frau und trägt Puder auf die Wangen des Models auf. Wer ganz genau hinsieht, erkennt leichte Falten auf der Stirn, wie es dem Alter der 1971 Geborenen angemessen ist.

Doch wenn die Blitzlichter aufflammen, weiß sie ganz genau, wie sie welchen Muskel in ihrem Gesicht anspannen muss, um perfekt auszusehen. Sie hat sogar Zeit für ein Interview. Persönliche Fragen darf man ihr aber nicht stellen: Die Pressesprecherin der Pampers-Firma verbietet alles außerhalb der Kampagne.

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