Der Amoklauf in Winnenden ist der Grund.

Tönisvorst. "Was soll das?" Diese Frage bleibt. Und mit ihr sah sich auch der Tönisvorster Bürgermeister Albert Schwarz beim Vorster Schützenfest konfrontiert. Die Rede war von dem Schließ- und Kontrollsystem für die städtischen Turnhallen. Bekanntlich sollen in Vorst die Demers-, Josef-Schmitter- und Hans-Hüsch-Halle ein so genanntes Transponder-System bekommen - per Chip bekommt man dann die Türen auf oder zu, Schlüssel sind dann nicht mehr erforderlich.

Das hatte zu Protesten geführt. Viele befürchteten beispielsweise, überwacht zu werden. Albert Schwarz trat solchen Vorbehalten am Montag entgegen. "Wir wollen niemanden überwachen. Wir sind doch nicht Big Brother."

Hintergrund für die Neuerung ist der Amoklauf von Winnenden. So könne man Schulsport und Vereine gut trennen. Ganz neu ist das Ganze auch in Tönisvorst nicht: "Das ist die gleiche Anlage, die wir an der Katholischen Grundschule in St.Tönis eingebaut haben."

Dabei steht die Maßnahme in einem ganzen Katalog von Dingen, die angepackt werden. Etwa, dass von außen keine Klinken mehr an den Türen sind. Oder: Dass Klassenzimmer von innen und außen gleich beschriftet seien. "So kann man dann eventuell mit dem Handy durchgeben, wo man sich befindet." Weiterhin sollen alle Rundsprechanlagen überprüft werden.

"Wir sind doch nicht Big Brother."

Albert Schwarz, Bürgermeister

Dennoch sei noch nicht endgültig geklärt, wie das neue System genau aussehe. "Hier werden wir noch mit den Vereinen sprechen", so Schwarz. In naher Zukunft wird sich ohnehin nichts ändern. Denn, "wir können mit den Firmen zwar sprechen und ein neues System bestellen, liefern können die allerdings nicht." Weil alle Städte und Gemeinden sich derzeit mit dem Thema beschäftigen, herrscht Ausverkauf.

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