Über 300 Tönisvorster demonstrierten für Solidarität und Zivilcourage.

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Der Protestmarsch zum Verwaltungsgebäude.

Der Protestmarsch zum Verwaltungsgebäude.

Der Protestmarsch zum Verwaltungsgebäude.

Tönisvorst. Über 300 Tönisvorster haben am Montagabend ein starkes Zeichen gegen Gewalt gesetzt. Beim Protestmarsch vom Rathaus zum Verwaltungsgebäude an der Bahnstraße waren die Ratsfraktionen ebenso vertreten wie die Kirchen, das Palm-Beach-Café ebenso wie die Schulen und der Werbering. Auch Bürgermeister Thomas Goßen war dabei.

"Mit so einer großen Resonanz hatten wir nicht gerechnet", bekannte Jürgen Cox. Der Fraktionssprecher der Grünen hatte gemeinsam mit seinen Kollegen Peter Lambertz (UWT) und Michael Horst (SPD) zu dem Protest aufgerufen.

"Für Solidarität und Zivilcourage" - diese Worte wurden der Demonstration voran getragen. Auslöser der Aktion waren wiederholte Gewalttaten gegen Jugendliche bis hin zur Bedrohung mit einer (Gas-)Pistole. Die Mutter eines Betroffenen hatte deshalb eine E-Mail an die Fraktionen geschrieben - und der Hilferuf war angekommen.

Verteilte Trillerpfeifen kamen nur selten zum Einsatz

Die von Cox und Lambertz verteilten Trillerpfeifen kamen nur selten zum Einsatz. Viele Teilnehmer marschierten lieber schweigend mit. So auch Lars Wiegand, den es erschreckt hatte, "dass solche Taten in einer kleinen Stadt passiert". Auch Schüler Niklas (17) findet die Ausmaße der Gewalt "krass". Es müsse eine Selbstverständlichkeit sein, sich öffentlich dagegen zu stellen.

Doris Lambertz, Mutter einer 28-jährigen Tochter, war dabei, da sie Angst um die Zukunft ihrer Stadt bekommen hat. "Meine künftigen Enkel sollen hier sicher leben können." Einer anderen Frau würde es schon reichen, wieder mit einem sicheren Gefühl über die Schlufftrasse radeln zu können. Und Fotografin Ira Ingenpaß hofft, dass alle Teilnehmer der Demo in der Zukunft "nicht mehr weggucken".

Auch die CDU-Fraktion hatte sich dem Protestzug angeschlossen. Für eine Entschuldigung an die Adresse der drei Initiatoren sah ihr Vorsitzender Horst von Brechan aber keinen Grund. Die war von ihm verlangt worden, da er Horst, Lambertz und Cox beschuldigt hatte, die Not einer Mutter für ihre Zwecke auszunutzen.

Bei der Schlusskundgebung an der Bahnstraße spielte das keine Rolle mehr. Michael Horst dankte allen Teilnehmern für das klare Signal an die betroffenen Familien: "Ihr steht nicht allein."

Die wiederholte Erklärung der Polizei, die Sicherheitssituation in Tönisvorst sei besser als viele empfänden, wies er zurück: "Wir wissen es heute besser." Es handele sich nicht nur um Einzelfälle, daher müsse gehandelt werden.

Runder Tisch soll Konzept entwickeln

Um der Gewalt Einhalt zu gebieten, wurde ein Antrag zur Behandlung in der nächsten Ratssitzung an den Bürgermeister übergeben. Darin wird die Einrichtung eines Runden Tischs gefordert.

Wie Peter Lambertz verlas, müsse ein Konzept zur Gewaltprävention erarbeitet werden. Die Stadt müsse "Präventionsschwerpunkt" werden. Goßen erklärte sofort, er selbst werde auch an diesem Runden Tisch sitzen.

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