Sebastian Thiels „Hexe vom Niederrhein“ spielt im Jahr 1642.

Der junge Schiftsteller Sebastian Thiel lässt seine Handlung während des Dreißigjährigen Krieges spielen.
Der junge Schiftsteller Sebastian Thiel lässt seine Handlung während des Dreißigjährigen Krieges spielen.

Der junge Schiftsteller Sebastian Thiel lässt seine Handlung während des Dreißigjährigen Krieges spielen.

Der junge Schiftsteller Sebastian Thiel lässt seine Handlung während des Dreißigjährigen Krieges spielen.

Tönisvorst. Am liebsten schreibt er tief in der Nacht, ohne Handygeklingel und störende Musik. "Nur so kann ich sicher sein, dass ich mich völlig auf die Geschichte konzentrieren kann", sagt Sebastian Thiel.

Der junge Tönisvorster (Jahrgang 1983) ist Fachinformatiker und arbeitet als IT-Manager in einem mittelständischen Unternehmen. Doch als Schriftsteller führt ihn seine Phantasie in eine völlig andere Welt: Sein kürzlich erschienener Debütroman "Die Hexe vom Niederrhein" spielt im Jahr 1642, also im Dreißigjährigen Krieg.

Ein Brüderpaar aus Kempen gerät in die Kriegswirren

Weit weg von seiner Heimatstadt ist die Handlung der Erzählung nicht angesiedelt: Vor dem Hintergrund der historisch verbürgten Schlacht an der Hückelsmay zwischen katholisch-kaiserlichen und protestantischen Truppen schildert Thiel, wie ein Brüderpaar aus Kempen in die Kriegswirren gerät.

Auch die Verwüstung der Thomasstadt durch hessische Soldaten spielt in der Handlung eine wichtige Rolle.

Für den jungen Autor bildet der Dreißigjährige Krieg aber vor allem "einen guten Rahmen für eine historische Liebesgeschichte". Denn die Beziehung zwischen Lorenz, Sohn eines Schmieds, und Antonella, kräuterkundige Adoptivtochter des Kempener Bürgermeisters, steht im Mittelpunkt.

Thiel verzichtet auf das klischeehafte Happy End

"Die Hexe vom Niederrhein", 273 Seiten, Gmeiner-Verlag, ISBN 978-3-8392-1076-5, 12,90 Euro.

Sebastian Thiel wurde 1983 in Viersen geboren. 2002 beendete er seine Ausbildung zum Fachinformatiker. Wissenswertes zum Autor findet sich auch auf seiner Homepage:

Das Ganze wird von Thiel recht spannend erzählt, immer wieder gibt es überraschende Wendungen und Perspektivwechsel. Die Zeichnung der Personen ist allerdings sehr holzschnittartig geraten. Da gibt es hünenhafte Männer, deren muskelbepackte Oberarme das Wams sprengen oder den fanatischen Pfarrer, der sich unvermeidlich als Schürzenjäger entpuppt.

Auch historische Unstimmigkeiten fallen negativ auf, so etwa wenn die Tochter des Bürgermeisters durch einen Beinahe-Unfall auf der Straße zwei Handwerker kennenlernt, mal eben zum Tee in die Kneipe einlädt und ihnen dort schöne Augen macht. Im 17. Jahrhundert kaum vorstellbar. Dagegen wohltuend: Auf das übliche, klischeehafte Happy End solcher Bücher verzichtet Sebastian Thiel.

Als nächstes plant der Autor unter anderem eine Jugendbuch-Reihe

Der Nachwuchs-Autor schreibt schon seit seiner Jugend, vor allem Kurzgeschichten. Die publiziert er auch in Internet-Foren. Für seinen Debütroman benötigte er etwa ein halbes Jahr. Als nächstes plant er nach eigenem Bekunden unter anderem eine Jugendbuch-Reihe.

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