Die Streuffmühle soll bald wieder komplett sein. Ihre Flügel sind zur Ausbesserung auf Reisen gegangen.

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Morgens um kurz nach 7 Uhr sind die Flügel der Streuffmühle auf einen Tieflader gehoben worden.

Morgens um kurz nach 7 Uhr sind die Flügel der Streuffmühle auf einen Tieflader gehoben worden.

Kurt Lübke

Morgens um kurz nach 7 Uhr sind die Flügel der Streuffmühle auf einen Tieflader gehoben worden.

Tönisvorst. Sechs Tonnen Stahl. Und die in nicht gerade handlicher Form: Am Donnerstag haben die Firma Voith, die Firma Hupperten aus St. Hubert und der städtische Bauhof gemeinsam Schwerstarbeit geleistet: Die vier jeweils 10,5 Meter langen und 2,10 Meter breiten Flügel der Streuffmühle sollten von der Jahnsportanlage ihre Reise nach Duisburg zur Firma Tiefenbach Korrosionsschutz antreten, um sich einem "Peeling" in Form eines Sandstrahles zu unterziehen.

Das Verladen dauert rund eine Stunde

Dafür mussten sie mit dem Gabelstapler auf einen Tieflader der Firma Hupperten. Delikate Angelegenheit, durften die guten Stücke doch auf keinen Fall Schaden nehmen. Rund eine Stunde dauerte das Verladen, das von allen immer wieder Millimeterarbeit, ein gutes Auge und von Gabelstaplerfahrer Manfred Uhling vom Bauhof große Geschicklichkeit erforderte.

"Die Tönisvorster Firma Kleefisch hat bereits die erforderlichen Vorarbeiten geleistet. Jetzt können die Flügel weiterbearbeitet werden", erläutert Stefan Ruch, der als Prüftechniker bei der Firma Voith in Krefeld arbeitet, die später den Anstrich übernehmen wird. Für den guten Zweck haben sich die Firmen unter persönlichem Einsatz ihrer Mitarbeiter zusammengetan, damit die Flügel wieder an ihren angestammten Platz können.

Zunächst hatte die Firma Kleefisch sich mit Metallarbeiten des Flügelkreuzes angenommen: "Wir haben einige Rohre ersetzt. Zudem haben wir ein Flügelkreuz mit neuer, stabiler Achse gebaut, die jetzt zwei Meter lang ist", erläutert Heinrich Kleefisch. Eine Woche haben diese Arbeiten in Anspruch genommen.

Ab Freitag werden die Flügel in Duisburg bei Tiefenbach gesandstrahlt. Das Unternehmen verfügt über eine Strahlanlage, in die die großen Flügel problemlos reinpassen, ohne "gestutzt" werden zu müssen: "Unsere Anlage ist 30 Meter lang, sechs Meter hoch und sechs Meter breit", erläutert Mitarbeiter Thomas Mutschmann.

Das Sturmtief Kyrill hatte im Januar 2007 die Aufhängung des Flügelkreuzes derart beschädigt, dass es abgenommen werden musste. Die Flügel lagen seitdem auf der Jahnsportanlage.

Um das Wahrzeichen wieder komplett zu machen, hatte sich der "Arbeitskreis Mühle" gegründet, bestehend aus Stadt, Heimatbund und dem Eigentümer. Die Firma Hefe van Haag erklärte sich bereit, für die Dauer von zwei Jahren die Versicherungskosten zu übernehmen.

Dass die Flügel überhaupt überarbeitet und wieder angebracht werden können, verdankt man der Spendenbereitschaft der Tönisvorster, die knapp 2000 Euro zur Verfügung stellten, und der Sparkasse Krefeld, die sich mit 15000 Euro beteiligt.

Je nach Belag und Material kann hier beispielsweise mit Glasperlen, Korrund oder Stahlkies gestrahlt werden. Im Falle der Tönisvorster Flügel wird es der scharfkantige Stahlkies sein, um die gesamte Altbeschichtung zu entfernen und so eine metallisch blanke Fläche zu erhalten. Zart wie Babypopo werden die Flügel dadurch allerdings nicht, denn Ziel dieser Behandlung ist es auch, eine so genannte "Rauhtiefe" zu erhalten: "Je höher die Rauhtiefe, desto größer die Haftung von Grundierung und anschließender Farbe" erklärt der Fachmann.

Sobald die Flügel gestrahlt und grundiert sind, kommen sie zur Firma Voith nach Krefeld. Dort werden die Auszubildenden das Projekt unterstützen und die Flügel lackieren. Nach etwa vier Wochen soll alles fertig sein. Wieder montiert werden können die Flügel im Frühjahr - gerade rechtzeitig, um zu diesem Anlass bei schönem Wetter ein Fest zu feiern.

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