Die Verwaltung hat den ersten Teil des Schulentwicklungs- Plans vorgelegt. Die Politik lobt das Zahlenwerk.

Tönisvorst. Als Grundschüler hätte er sich für eine solche Leistung ein "Sehr gut" und drei Fleißkärtchen verdient. Als Verwaltungsmann bekam Thomas Kluyken im Schulausschuss Schulterklopfen von allen politischen Seiten. Der Mann hat nun in Teilen umgesetzt, worauf die Politik sehnlichst wartete: Der Schulentwicklungsplan (SEP) der Stadt Tönisvorst für die Grundschulen liegt vor. An Schülerzahlen, Klassenstärken und Raumbestand der weiterführenden Schulen arbeitet Kluyken noch fieberhaft.

Zügigkeit der Grundschulen bleibt erhalten

Ursprünglich war die Aufgabe, den SEP zu erstellen, an ein Bonner Planungsbüro vergeben worden. Das hatte allerdings mit einem fehlerhaften und Daten-dünnen Papier enttäuscht. Noch streitet die Stadt über die Bezahlung "einer nicht erbrachten Leistung", während die Verwaltung nun in Eigenregie die Grundlagen für eine kontinuierliche Planung der Tönisvorster Schullandschaft zusammenstellt.

Kluyken versteht den Plan "als Gutachten". Er hat nicht nur frühere, aktuelle und voraussichtliche Schülerzahlen und Klassenstärken, sondern auch alle Raumkapazitäten erfasst und darüber hinaus aufgelistet, wie welcher Raum genutzt wird. "Die Schülerzahlen in den Grundschulen werden bis zum Schuljahr 2015/16 um 15 Prozent sinken", sagt Kluyken. Besuchten im Schuljahr 2001/202 noch 1531 Kinder die Tönisvorster Grundschulen, sind es zurzeit 1132. Im Schuljahr 2019/20 werden es laut Prognose nur noch 840 sein. Die Grundschulen Hülser Straße, Vorst und die katholische Grundschule St.Tönis werden aber dreizügig, die Corneliusstraße zweizügig weiterlaufen.

Räumlich betrachtet schafft die Zukunft Entspannung. Kluyken: "Zurzeit führen die Schulen ein Leben am Limit. In den nächsten Jahren kehren wir zurück zu Normalität, dann werden Fachräume auch wieder als Fachräume zur Verfügung stehen."

Thomas Kroschwald (CDU) lobte die lesbare Form des SEP, forderte, der rückläufigen Zahl an Grundschülern entgegen zu wirken, indem "man mehr junge Familien ansiedelt". Das Zahlenmaterial gebe seiner Partei allerdings Recht, nachdem die CDU für ihren Entschluss, die Grundschulen in Vorst und am Kirchplatz zusammenzulegen bzw. zu schließen "so viel Prügel eingesteckt" hatte. Auch Christa Voßdahls (SPD) dankte für dieses SEP-Papier, regte an, es als Betreuungsplan auszuweiten. Angesichts der Engpässe bei Betreuungsangeboten wünsche sie sich aber nach wie vor, "dass der Kirchplatz nicht geschlossen worden wäre".

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