Die Tönisvorster Karnevalisten diskutieren, was sie ändern könnten. In Anrath ist das kein Thema.

Sollen die St. Töniser Jecken nur noch alle zwei Jahre ziehen?
Sollen die St. Töniser Jecken nur noch alle zwei Jahre ziehen?

Sollen die St. Töniser Jecken nur noch alle zwei Jahre ziehen?

Sollen die St. Töniser Jecken nur noch alle zwei Jahre ziehen?

Tönisvorst/Anrath. Da hat die Tönisvorster CDU ganz schön für Furore gesorgt. Im Zuge ihrer Haushaltsberatungen hatten die Christdemokraten vorgeschlagen, die Karnevalsumzüge im Wechsel stattfinden zu lassen. Das soll Geld sparen.

Die Karnevalisten selbst sind mit diesen Überlegungen - natürlich nicht aus Spargründen - schon länger beschäftigt.

Das TKK rechnet damit, dass die Unterstützung weniger wird

"Ja, im letzten Jahr haben wir das bei der Generalversammlung angesprochen und die Vereine gebeten, sich Gedanken zu machen", erklärt Elke Köster, Vorsitzende des Tönisvorster Karnevals Komitees (TKK). Man müsse damit rechnen, dass die Unterstützung und damit auch das Geld weniger werde.

Einen konkreten Plan gibt’s in Tönisvorst nicht. "Wir haben das quasi als ,Hausaufgabe’ mitgegeben", sagt Köster. Und verweist darauf, dass man ja auch sonst durchaus andere Wege beschreiten möchte.

"Wir haben ja ausdrücklich gesagt, dass wir auch ein Dreigestirn zulassen würden." Probleme sieht die TKK-Chefin im organisatorischen Aufwand. "Sie können den vorhandenen Rythmus nicht einfach so umstellen." Sie macht allerdings auf einen entscheidenden Punkt aufmerksam: "Das TKK veranstaltet den Zug, nicht die Politik. Wir tragen schließlich ja auch die Kosten."

Vorschlag: Der Vorster Zug könnte eingestellt werden

Ex-Prinz Stephan Schulz aus St. Tönis könnte sich dagegen vorstellen, dass der Zug in Vorst eingestellt werden könnte. "Die Kosten für den Nelkensamstagzug sind wegen der mangelnden Teilnahme am Zug und der immer weniger werdenden Narren am Straßenrand zu hoch.

Vor allem, da ein Großteil der Zugteilnehmer in Vorst auch am Tulpensonntagszug in St.Tönis teilnimmt", schreibt er in einer Kommentierung auf der WZ-Seite. Er schlägt vor, einen Teil des Geldes, das man so sparen würde, darauf zu verwenden, Kindern das Brauchtum näher zu bringen.

Probleme mit einem Wechsel zwischen Vorst und St. Tönis sieht dagegen Michael Germes. Grundsätzlich sei der Vorschlag gut, er komme aber zu früh.

Und: "Unsere Politiker glauben doch nicht wirklich, dass sich die St. Töniser Gruppen auf den Weg machen, um am Vorster Zug teilzunehmen. Die sparen dann noch ein Jahr und machen es richtig...in St. Tönis." Das sei möglicherweise auch umgekehrt so.

Anrather wollen jedes Jahr einen Karnevalszug veranstalten

Wie steht man im benachbarten Anrath zu derartigen Fragen? "Für uns ist das kein Thema", sagt Dagmar Faßbender, 2. Vorsitzende der Aach Blenge, die den Anrather Zug veranstalten. Sie hat folgende Befürchtungl: "Wir erleben immer wieder, dass Gruppen eigentlich nur für ein Jahr aussetzen wollen, dann aber nicht wiederkommen."

So lange die Stadt Willich die Karnevalisten so unterstütze, gehe es weiter. "Wir ziehen", versichert Faßbender. Aus ihrer Sicht habe Anrath einen sehr schönen Zug gehabt. "Mit vielen Kindern und neuen Gruppen."

Gute Erfahrungen hat bekanntlich Kempen gemacht. Seit Jahrzehnten zieht der Zug dort nur noch alle drei Jahre. Die Überlegungen dazu seien seinerzeit entstanden, weil die Finanzen knapper wurden, erläuterte Heinz Börsch, Geschäftsführer des Kempener Karnevalsvereins.

Übrigens: 57 zu 43 Prozent: So ist der Stand bei der Abstimmung im Internet. Die Mehrheit der WZ-Leser glaubt, dass das Brauchtum für die Stadt zu wichtig ist, um daran zu sparen.

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