Erwin Reuwers wurde Vize-Meister bei der Landesmeisterschaft der Behinderten. Rund 80 Sportler hatten sich für das Turnier qualifiziert.

Tönisvorst. Geduscht hat er schon. Und umgezogen hat er sich auch. Trotzdem stehen Erwin Reuwers wieder die Schweißperlen auf der Stirn, als er die Silbermedaille in Empfang nimmt. "Duschen bringt noch nicht viel", sagt er abgekämpft und muss seinen Kopf angestrengt nach oben halten, wenn er seinem Gesprächspartner in die Augen sehen will.

Der mit Morbus Bechterew lebende 59-Jährige ist am Sonntag Vize-Landesmeister der Behinderten im Tischtennis geworden und hat sich damit für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert.

Zum Jubiläum Meisterschaft nach Tönisvorst geholt

Reuwers ist Mitglied in RBSG Tönisvorst, der Rehabilitations- und Behinderten-Sport-Gemeinschaft, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Aus diesem Anlass hatte sie sich beim Veranstalter des Turniers, dem Behindertensportverband NRW, darum beworben, Ausrichter zu sein. 20 Mitglieder der RBSG betreuen die Sportler.

Vier Teilnehmer kommen von der RBSG. Neben Erwin Reuwers sind es Jakob May, Friedhelm Heykes und Bernhard Kraemer.

Schützenhilfe bekam die RBSG von der Teutonia St. Tönis. "Normalerweise trainiert die Tischtennisabteilung der RBSG im Corneliusfeld, aber da gibt es nur vier Platten", berichtet der Vorsitzende Friedhelm Caspers. So sprang Teutonia ein, die Landesmeisterschaft findet in ihrer Halle am Kirchenfeld statt.

Rund 80 Sportler hatten sich für das Turnier qualifiziert. Sie kommen aus 20 Vereinen aus ganz NRW und spielen in zwölf verschiedenen Klassen. "Das wird nach Geschlecht, Alter und Schadensklasse eingeteilt", sagt Hans-Peter Vieth, neuer Abteilungsleiter Spiel beim Behindertensportverbandes NRW, der aus Hagen angereist ist. Der Landesverband ist mit sechs Schiedsrichtern und zwei Turnierleitern im Einsatz.

Erwin Reuwers hatte schon als Jugendlicher Tischtennis gespielt, den Sport in der akuten Phase der Krankheit jedoch nicht ausgeübt. "Ungefähr zehn Jahre Unterbrechung", erinnert er sich. Seitdem trainiert er drei bis vier Stunden pro Woche und schlägt sich auch unter Nicht-Behinderten Sportlern wacker.

"Bei Teutonia spiele ich in der dritten Mannschaft, die sich in der ersten Kreisklasse bewegt." Sein zweiter Platz erfüllt ihn heute mit besonderem Stolz. "Ich habe den Jürgen Simon aus Oberhausen-Sterkrade geschlagen, und der spielt normal in der Bezirksliga der Nichtbehinderten, also drei Klassen höher als ich."

An Deutschen Meisterschaften hat er mehrfach teilgenommen und rechnet sich auch diesmal wieder gute Chancen aus. "Ich habe mehrfach zweite Plätze im Doppel belegt, und dritte im Einzel". Die Tönisvorster machten ihn bereits zum Sportler des Jahres.

Auch seine Kollegen in der Klasse allgemeine Behinderungen haben sich weiter qualifiziert. May mit einem zweiten, Kraemer mit einem dritten und Heykes mit einem mit einem sechsten Platz.

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