Dioxin: Derzeit halten sich die Verbraucher mit dem Kauf zurück.

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Eier landen derzeit verstärkt bei den Tafeln. Diese prüfen sie vor der Abgabe ganz genau.

Eier landen derzeit verstärkt bei den Tafeln. Diese prüfen sie vor der Abgabe ganz genau.

Eier landen derzeit verstärkt bei den Tafeln. Diese prüfen sie vor der Abgabe ganz genau.

Willich/Tönisvorst. „Wir haben einen ganzen Kühlschrank voller Eier“, sagt Christa Disselkamp von der Willicher Tafel. In den Supermärkten, die Lebensmittel an die Tafel spenden, bleiben die Eier aufgrund des aktuellen Dioxin-Skandals in den Regalen liegen.

„Wir haben die Stempelnummern überprüft – die Eier sind alle okay“, so Disselkamp. Auf der Homepage der Verbraucherschutzzentrale können Listen eingesehen werden, welche Eier vermutlich belastet sind und welche nicht. So könne man sie ohne weiteres an die Kunden weitergeben. „Uns erschlägt die Flut an Eiern etwas, aber momentan werden wir sie noch los“, sagt Disselkamp.

Kempener Tafel: Dreimal so viele Eier wie sonst

Bei der Kempener Tafel macht man derzeit ähnliche Erfahrungen. „Im Moment werden bei uns dreimal so viel Eier abgegeben wie sonst“, sagt Dieter Sandmann, Leiter der Martinus-Hilfe, die die Tafel für Kempener Bedürftige betreibt. Man habe von den Discountern erfahren, dass es dort zur Zeit zu viele Eier gebe, da die Nachfrage schlecht sei.

Der Dioxin-Skandal ist einer der größten Giftskandale der letzten Jahre. Dabei wurde verseuchtes Fett an Futtermittelhersteller geliefert. Betroffen sind vor allem Eier.

„Bei uns merkt man zwar, dass mehr Kunden auf Bio-Produkte zurückgreifen, einen starken Einbruch beim Verkauf der normalen Eier können wir aber nicht feststellen“, sagt Yvonne Otto, Geschäftsführerin des Kaiser’s-Marktes an der Bahnstraße in Willich.

Die Nachfrage nach Bio ist deutlich gestiegen

Im Biolandmarkt am Kückesweg kann man einen Anstieg feststellen. „Die Nachfrage nach Bio-Eiern ist fast drei Mal höher als noch vor einiger Zeit“, sagt Harald Vienhues, Sprecher für Bioland Niederrhein. Auch im Bereich Bio-Gemüse, Molkereiprodukte und Bio-Fleisch lasse sich ein Anstieg feststellen. „Ich könnte noch viel mehr Produkte verkaufen. In letzter Zeit waren wir oft ausverkauft“, so Vienhues. Besonders den Hofläden vor Ort vertrauten die Kunden mehr. Dort könnten sie sich selbst von der Frische der Produkte und der artgerechten Haltung der Tiere überzeugen. Insgesamt gebe es im Bio-Bereich am ganzen Niederrhein eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent.

Karl-Josef Janssen, Geschäftsführer des Real-Marktes in St. Tönis, hat bereits auf den Skandal reagiert: „Wir haben einfach weniger Eier bestellt. Somit haben wir keinen Überschuss“.

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