Im Horst an der Clörather Mühle hat sich wieder ein Paar eingenistet.

Gemeinsam schleicht das Storchenpaar über das Feld bei Anrath.
Gemeinsam schleicht das Storchenpaar über das Feld bei Anrath.

Gemeinsam schleicht das Storchenpaar über das Feld bei Anrath.

Friedhelm Reimann

Gemeinsam schleicht das Storchenpaar über das Feld bei Anrath.

Anrath. Gemeinsam stolziert das Storchenpaar mit seinen langen, dünnen Beinen über die Felder an der Clörather Mühle. Mit ihren spitzen roten Schnäbeln suchen die beiden nach Nahrung. Nachdem Anfang März der erste „Meister Adebar“ eingetroffen war, ist das Paar seit ein paar Tagen komplett.

„Das Männchen kommt immer zuerst und bereitet den Horst zurecht – dann folgt das Weibchen“, erklärt Ornithologe Michael Jöbges vom Landesamt für Natur und Umwelt. Etwas früher als in den vergangenen Jahren hatte sich der erste Storch in Clörath eingenistet. „Der März ist aber der ganz normale Zeitpunkt“, sagt Jöbges.

Möglicherweise sind es dieselben Vögel wie im Vorjahr

Die Störche haben sich auf einem künstlichen Horst angesiedelt, der 2009 auf einem ehemaligen Telegrafenmast errichtet worden war. Möglicherweise handelt es sich um alte Bekannte. Denn die beiden sind offenbar beringt. „Genau weiß ich das noch nicht. Wir werden das prüfen“, sagt Landschaftsplaner Reinhard Bräutigam vom Kreis Viersen. Anhand der Ringnummer kann festgestellt werden, woher die Tiere kommen – und ob es sich um welche handelt, die schon einmal in Clörath waren.

Der Storch lockt viele Beobachter an

Es ist das fünfte Jahr in Folge, in dem dort wieder Störche im Sommer zu Hause sind. Es waren bislang aber immer andere. „Dreimal haben sie gebrütet“, sagt Bräutigam. Falls auch das diesjährige Paar Nachwuchs bekommt, wird auch dieser mit einem Ring registriert. So lässt sich der Zugweg der Vögel verfolgen und man kann sehen, wo sie sich später niederlassen.

2010 hatte es die erste Brut nach mehr als 100 Jahren in dem Gebiet gegeben. Die vierwöchige Brutzeit beginnt aber erst im April. Es dauert also noch etwas, bis womöglich wieder Nachwuchs kommt.

 Die Störche, die den Sommer am Niederrhein verbringen, gehören zu den Westvögeln. Sie kommen im März und ziehen Mitte August wieder über Frankreich und Spanien nach Westafrika.

 Die Eiablage der Weißstörche erfolgt Mitte April, dann wird vier Wochen gebrütet. Etwa acht weitere Wochen dauert es, bis der Nachwuchs flügge ist.

Störche sind Fleischfresser. Frösche, Mäuse, Fische, Regenwürmer, Insekten und andere kleine Tiere stehen auf ihrem Speiseplan.

Dass der Weißstorch überhaupt wieder im Kreis brütet, ist ein Erfolg der Naturschutzarbeit. Der Kreis Viersen hat in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund und der Biologischen Station Krickenbecker Seen im Clörather Naturschutzgebiet Salbruch eine „Oase“ geschaffen mit Kleingewässern und Feuchtwiesen. „Eine Top-Fläche für Störche“, sagt Jöbges. Es überrasche nicht, dass dieser Platz von ihnen immer wieder aufgesucht wird.

Und sie sind ein gern gesehener Gast. „Der Storch ist ein wahrer Publikumsmagnet“, sagt Bräutigam. Viele Menschen kämen, um ihn von der Aussichtsplattform beim Stolzieren zu beobachten.

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