Der Willicher Stadtarchivar Udo Holzenthal kämpfte als Schüler mit Latein und den Naturwissenschaften.

Erinnerungen
Das Foto zeigt Udo Holzenthal im Jahr 1987 mit Mikro in der Hand: „Meine Mitschüler fanden, ich sollte den Abi-Gag moderieren.“

Das Foto zeigt Udo Holzenthal im Jahr 1987 mit Mikro in der Hand: „Meine Mitschüler fanden, ich sollte den Abi-Gag moderieren.“

Das Foto zeigt Udo Holzenthal im Jahr 1987 mit Mikro in der Hand: „Meine Mitschüler fanden, ich sollte den Abi-Gag moderieren.“

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Das Foto zeigt Udo Holzenthal im Jahr 1987 mit Mikro in der Hand: „Meine Mitschüler fanden, ich sollte den Abi-Gag moderieren.“

Willich. Wie sagte schon der alte Lateiner? „Non scholae, sed vitae discimus.“ Heißt übersetzt: „Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir.“ Udo Holzenthal kann das bestätigen. Als Archivar der Stadt Willich, als Schüler, als Abiturient und Mitglied des Oberstufenchors des Düsseldorfer Goethe-Gymnasiums.

Latein, die tote Sprache, nein, sie gehörte nicht zu den bevorzugten Fächern von Pennäler Udo während seiner Schulzeit. Vermutlich lag es an der Vermittlung: „Ich habe den Lateinunterricht immer als extrem trocken empfunden. Sehr oft habe ich mich gefragt: „Warum machst du das eigentlich?“

Das war in den Folgejahren der Quinta. Holzenthal, Jahrgang 1967, hatte seine Grundschulzeit am Paulusplatz hinter sich und war auf die höhere Schule gewechselt. Von 1978 bis 1987 ging er im Goethe-Gymnasium seiner Heimatstadt Düsseldorf ein und aus. Der dröge Lateinunterricht von damals hat seine Schüler- und Teenagerjahre offenbar nicht nachhaltig überschattet. „Ich habe meine Schulzeit in guter Erinnerung. Es war eine schöne und vor allem unbeschwerte Zeit.“

Udo Holzenthal macht dies an zwei Sachverhalten fest, „die dazu beigetragen haben mögen. Man konnte seinerzeit auf dem Weg zum Abitur die – von mir ungeliebten – Naturwissenschaften systematisch und konsequent abwählen“. Was Udo Holzenthal ebenso konsequent getan hat.

„Übrig blieb nur noch die Biologie – und das Abiturthema Evolution hatte ja schon fast was Geschichtliches“, lächelt er. Der Archivar kann sich sogar noch an die Fragestellung in der Prüfung erinnern: „Warum haben Giraffen lange Hälse?“ „Non scholae, sed vitae dicimus.“

Udo Holzenthal kam 1967 in Düsseldorf zur Welt. Von 1974 bis ’78 besuchte er die Grundschule Paulusplatz, von 1978 bis ’87 das Goethe-Gymnasium Düsseldorf. Nach dem Abi folgte die Ausbildung zum Archivar am Hauptstaatsarchiv Düsseldorf und an der Archivschule Marburg Seit 1992 leitet er das Stadtarchiv Willich.

Der Oberstufenchor des Goethe-Gymnasiums kam nicht ohne Udo Holzenthal aus. Er war gerne dort – aus mehreren nachvollziehbaren Gründen: „Das war nicht nur sehr unterhaltsam, sondern hatte den nützlichen Nebeneffekt, dass aufgrund des Mangels an Tenor- und Bassstimmen männliche Sänger mit dem stillschweigenden Deal geködert wurden, im Fach Musik automatisch eine Eins zu bekommen.“

Die Schulzeit als ein ständiges Geben und Nehmen. Udo Holzenthal hat einen guten Deal gemacht: „Mit dieser Eins in Musik konnte man wiederum wunderbar die schlechten Noten in den bereits erwähnten Naturwissenschaften ausgleichen.“ „Non scholae, sed vitae discimus.“

„Nolens volens“ – wohl oder übel hat Udo Holzenthal den Lateinunterricht bis zum großen Latinum durchgezogen. Eine für die Ausbildung zum Archivar zwingende Voraussetzung. Spätestens 1989, als er seine Ausbildung zum Archivar am Hauptstaatsarchiv Düsseldorf begann, dürfte die Erleichterung groß gewesen sein, die Durststrecke bis zum Latinum absolviert zu haben. Und groß der Glaube an Fügung. Holzenthal: „Wie heißt es so schön: Im Leben gibt es keine Zufälle.“ Auch eine Weisheit aus dem Schülerleben.

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