Zwei Haltepunkte der neuen Zugverbindung könnte es in Zukunft in Neersen und Schiefbahn geben.

Willich. Wann könnte die Regiobahn über Schiefbahn und Neersen fahren? Jürgen Schmidt vom TÜV Rheinland Grebner Ruchay Consulting wagte im Planungsausschuss eine Prognose, die von den Ausschuss-Mitgliedern als allzu optimistisch bewertet wurde. Trotzdem lauschten sie gerne der "Zukunftsmusik".

Wenn die Regiobahn von Mettmann bis Venlo weitergeführt wird, soll es auf Willicher Gebiet zwei Haltepunkte geben, die jedoch weit außerhalb liegen werden: In Schiefbahn ist ein Haltepunkt am Kreuzungspunkt L 382/Alte B 7 geplant, südlich der Alten B 7, östlich der L 382.

Was sich so einfach anhört, wird in der Umsetzung aufwändig: Der Autoverkehr muss über die Bahnlinie geführt werden, angesichts des großen Verkehrsaufkommens kommt eine Lösung in Form eines beschrankten Bahnüberganges nicht in Frage. In Neersen liegt der Halt weit außerhalb des Ortszentrums. Deshalb soll an beiden Haltepunkten genügend Raum für Park & Ride-Plätze geschaffen werden.

Die Kosten für die Verlängerung der Strecke inklusive aller Nebenkosten bezifferte Jürgen Schmidt mit 58 Millionen Euro. 85 Prozent würden als Zuschüsse fließen. Obwohl die Weiterführung der Linie Prognosen zufolge sehr gut angenommen würde, geht das Gutachten von einem jährlichen Defizit in Höhe von 7,9 Millionen Euro aus. "Ein ÖPNV-System kann gar nicht kostendeckend sein", so Schmidt. Der Kostendeckungsgrad läge bei 39 Prozent. An Werktagen würden 45.000 Menschen eine zwischen Mettmann und Venlo verkehrende Regiobahn benutzen.

Noch sind viele Fragen offen - beispielsweise, wie hoch die Bereitschaft der Niederländer ist, sich an den Kosten zu beteiligen. Von Venlo bis Düsseldorf wird sich die Fahrzeit im Vergleich zu den bisherigen Verbindungen um zehn Minuten auf 50 Minuten reduzieren. Fraglich ist auch, ob das Projekt der Landesregierung in Düsseldorf gegenüber als vordringlich dargestellt werden kann. Jürgen Schmidt sagte, dass in der Region Venlo in den nächsten zehn Jahren bis zu 50.000 neue Jobs geschaffen werden sollen. Berufspendler aus der hiesigen Region könnten die Regiobahn nutzen.

"Der Baubeginn könnte frühestens im 2. Quartal 2013 erfolgen", so Schmidt. So optimistisch ist Paul Schrömbges (CDU) nicht: "Wir werden einen langen Atem brauchen und Geld in die Hand nehmen müssen, das wir zurzeit nicht haben."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer