Mit knapper Mehrheit setzte sich die CDU mit dem Antrag durch, Autos aus Richtung Südring in den Ort fließen zu lassen.

St. Tönis. Trotz erheblicher Bedenken von Polizei, Straßenverkehrsamt des Kreises und der Tönisvorster Verwaltung soll demnächst die Willicher Straße für den Auto-Verkehr ab dem Südring geöffnet werden. Denkbar knapp mit 7:6 Stimmen befürwortete der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss einen entsprechenden Antrag der Union.

CDU und FDP waren dafür, die übrigen Fraktionen dagegen. Von der Öffnung verspricht sich die CDU, wie ihre Sprecher Manfred Szebel und Thomas Mänz erläuterten, im wesentlichen eine Stärkung des Einzelhandels im St.Tönis Innenbereich. Unterstützt wurde das Ansinnen von der FDP, die im November 2004 einen entsprechenden und im Februar 2005 abgelehnten Antrag gestellt hatten.

Die Einwände der Tönisvorster Verwaltung waren vielfältig, konnten aber den später gefassten Beschluss nicht verhindern. Wie Wolfgang Schouten, Abteilungsleiter "Sicherheit und Ordnung", ausführte, lasse die derzeitige bauliche Ausstattung eine Öffnung der Willicher Straße nicht zu, zumal dort ein Kreisverkehr fehle. Bei einer Öffnung müsse die vorhandene Tempo 30-Zone aufgegeben werden; Schouten: "Auch können wir dann das alternierende Parken nicht mehr gewährleisten, da es dann eindeutig zu einem höheren Verkehrsaufkommen geben wird."

So sahen dies auch Vertreter von SPD, GUT und der UWT. Schouten erwähnte noch, dass bei einer Öffnung der Kreuzungspunkt Dammstraße/Benrader Straße/Willicher Straße den zusätzlichen Verkehr auffangen müsse, was gerade in den Morgen- und Mittagsstunden den Schülerverkehr beeinträchtige. Auch die Kinder aus dem Süd-Viertel seien dann stärkeren Gefährdungen ausgesetzt.

Kosten im sechsstelligen Bereich für den Umbau

Schouten hatte auch die Befürchtung, dass die Autofahrer die Willicher Straße als Schleichweg bis zur Kreuzung Hülser Straße/Nordring nutzen könnten: "Dies kann nicht das Ziel von verkehrsberuhigenden, kundenfreundlichen und zukunftsorientierten Verkehrslenkungsmaßnahmen sein." Auch Polizei und Kreis-Straßenverkehrsamt plädierten für die Beibehaltung.

Jetzt ermittelt die Verwaltung die Kosten eines Umbaus. Schouten: "Die dürften leicht im sechsstelligen Bereich liegen." Der Rat wird sich mit dem Thema in seiner nächsten Sitzung befassen müssen, denn dann sind die entsprechenden Mittel außerplanmäßig bereit zu stellen. Für die FDP unterstützte Horst Rehse noch den Unionsantrag.

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