Für 100.000 Euro wird der Verkehrsknotenpunkt umgebaut. Vor allem Behinderte profitieren davon.

wza_1500x997_739679.jpeg
Nach Abschluss der Bauarbeiten werden sich Bahnsteig und Straßenbahn-Einstieg fast auf gleicher Höhe befinden. Die alten Wartehäuschen (l.) bleiben aber erhalten.

Nach Abschluss der Bauarbeiten werden sich Bahnsteig und Straßenbahn-Einstieg fast auf gleicher Höhe befinden. Die alten Wartehäuschen (l.) bleiben aber erhalten.

Kurt Lübke

Nach Abschluss der Bauarbeiten werden sich Bahnsteig und Straßenbahn-Einstieg fast auf gleicher Höhe befinden. Die alten Wartehäuschen (l.) bleiben aber erhalten.

St. Tönis. Wer am Wilhelmplatz die Straßenbahn in Richtung Krefeld nimmt, sollte möglichst gut zu Fuß sein: Der Einstieg vom Bahnsteig aus ist rund 20 Zentimeter hoch, je nach Straßenbahntyp müssen dann noch ein bis drei Stufen überwunden werden - was vor allem für ältere Leute, Behinderte und Eltern mit Kinderwagen ein Problem darstellt.

Schon im Januar hatten die Städtischen Werke Krefeld (SWK) deshalb angekündigt, bis Ende 2010 an dem Umsteige-Knotenpunkt höhere Bahnsteige zu bauen. Getan hat sich noch nichts.

Insgesamt bauen die SWK 16 Haltestellen um

"Die Planungen sind nun aber abgeschlossen, die Ausschreibungen gehen raus", erläutert Jürgen Schöppner, SWK-Leiter Infrastrukturmanagement. Betroffen ist nicht nur der Wilhelmplatz: Insgesamt werde der Umbau von 16 Haltestellen vorbereitet, davon 15 auf Krefelder Stadtgebiet.

Die Bahnsteige am Haltepunkt in St.Tönis werden vom Straßenniveau aus gerechnet auf 25Zentimeter angehoben, so dass künftig der Einstieg nahezu auf gleicher Höhe erfolgen kann. Und da zumindest die neuen Straßenbahnen ausklappbare Rampen an den drei Doppeltüren haben, können dort auch Rollstuhlfahrer problemlos zusteigen.

Das Land trägt ein Drittel der Kosten

Wie kam es zu der Bauverzögerung um rund ein Jahr? Laut Schöppner dauerte die Planung aller Maßnahmen länger als ursprünglich kalkuliert. Auch die Bewilligung der Landeszuschüsse ließ auf sich warten. Da künftig in St.Tönis ein barrierefreier Zustieg möglich ist, übernimmt das Land etwa ein Drittel der Kosten von 100.000 Euro.

Die Bahnsteige werden nach Abschluss der Maßnahme nicht nur höher sein, sondern auch für Blinde und Sehbehinderte mit Noppenplatten ausgerüstet. Auch für eine zusätzliche Beleuchtung wird gesorgt. Neue Wartehallen gibt es aber nicht, da man mit der Stadt Tönisvorst finanziell nicht zu einer Lösung gekommen sei, sagt Jürgen Schöppner. Soll heißen: Die Stadt hat kein Geld, um sich zu beteiligen. Daher werden die alten Häuschen nun lediglich saniert.

Baubeginn wird "irgendwann 2011 sein", kündigt der SWK-Mann an. Der letzte Umbau des Platzes liegt mittlerweile 18 Jahre zurück.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer