Die Besucher des Forums Corneliusfeld erlebten einen seichten Theaterabend.

Der Drehbuchautor (Michael Lesch) dreht völlig durch.
Der Drehbuchautor (Michael Lesch) dreht völlig durch.

Der Drehbuchautor (Michael Lesch) dreht völlig durch.

Friedhelm Reimann

Der Drehbuchautor (Michael Lesch) dreht völlig durch.

St. Tönis. Unter welch’ chaotischen Bedingungen die Verfilmung des legendären Klassikers "Vom Winde verweht" entstand, davon erzählt die Komödie "Mondlicht und Magnolien".

Im Forum Corneliusfeld erlebten die Zuschauer prominente Schauspieler wie Michael Lesch. Dieser spielte einen Hollywoodproduzenten, der schwer unter Erfolgsdruck steht.

Ein bedrückend dunkles Herrenzimmer war die Kulisse einer sehr ungewöhnlichen Komödie - einer, die ohne Sexappeal, Affären und amüsante Verwechselungen auskommen musste.

Um es vorweg zu nehmen: So ganz tragend war das Thema nicht. Die Zuschauer hatten aber immer wieder Grund zu lachen. Außerdem konnten sie sich an durchweg guten schauspielerischen Leistungen erfreuen.

Im Mittelpunkt stand Michael Lesch, der überraschend zierlich wirkt. Die Figur, die er spielte, David O Selznick, hatte als Produzent gerade einen Neustart der Dreharbeiten gewagt, stand jetzt unter Zeitdruck.

Seine Hoffnungen ruhten auf dem Drehbuchautor Ben Hecht (Markus Völlenklee) und dem Regisseur Victor Fleming (Marten Sand), zwei sehr eigenwillige Persönlichkeiten. Das Publikum erlebte, wie aus diesen Männern alles an Leistung herausgepresst wurde - in Klausur, nur bei Erdnüssen und Bananen, mussten sie eine kreative Herkulesaufgabe meistern.

Die Sekretärin Miss Poppenghul sorgte für einen Farbtupfer

Vor allem nach der Pause konnte man den Eindruck gewinnen, Ausschnitte aus "Einer flog über das Kuckucksnest" zu sehen: Den Akteuren hatte es die Sprache verschlagen, sie wirkten wirr. Drei Männer im Lagerkoller.

Für einen Farbtupfer in der Herrenwelt sorgte die Sekretärin Miss Poppenghul (Renée Zalusky), eine üppige Frau im roten Kleid und mit Hochsteckfrisur.

"Mondlicht und Magnolien" dürfte vor allem diejenigen angesprochen haben, die "Vom Winde verweht" lieben. Sie hörten die Filmmusik, lachten über die Versuche der drei Männer, bestimmte Szenen auf alberne Weise zu spielen. Die Spielfreude, das Absurde, fast schon Verrückte prägte die Inszenierung.

Selznick wollte den Erfolg, wollte sich von seinem reichen Schwiegervater emanzipieren - ein Besessener, was der Mime sehr gut rüberbrachte. Zum Schluss sah es auf der Bühne aus wie nach einem Karnevalsumzug: Bananen- und Erdnussschalen und jede Menge Papier lag da herum.

Was dem Zuschauer vorenthalten blieb, aber der Allgemeinheit bekannt sein dürfte: Die Verfilmung von "Vom Winde verweht", um die es in dem Theaterstück geht, wurde ein Ausnahmeerfolg. "Mondlicht und Magnolien" kann da nicht ganz mithalten.

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