Bürgerversammlung: Viele wünschen sich Planungssicherheit, lehnen aber eine flächendeckende Bebauung ab.

Es war jede Menge los war im Ratssaal St. Tönis, wo es um die Bebauung der Laschenhütte ging.
Es war jede Menge los war im Ratssaal St. Tönis, wo es um die Bebauung der Laschenhütte ging.

Es war jede Menge los war im Ratssaal St. Tönis, wo es um die Bebauung der Laschenhütte ging.

Friedhelm Reimann

Es war jede Menge los war im Ratssaal St. Tönis, wo es um die Bebauung der Laschenhütte ging.

St. Tönis. Es ist nur ein Konzept. Keinesfalls ein Plan. Das versichern Bürgermeister Thomas Goßen und Kurt Viethen, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung immer wieder, als es am Dienstagabend in einer öffentlichen Versammlung im Ratssaal um die Bebauung Laschenhütte geht.

Die meisten der rund 100 anwesenden Bürger fühlen sich "veräppelt", wie es eine Anliegerin formuliert - wofür sie zustimmenden Applaus erhält. Noch im August vergangenen Jahres wurde eine Idee diskutiert, die das gesamte Gebiet für die Bebauung vorsah, 150 Wohneinheiten. Das hatte bei den Anliegern zu heftigen Protesten geführt.

Diesmal geht es lediglich um eine "Baulückenschließung", wie Viethen formuliert. Doch so, wie die geplanten Häuser eingezeichnet sind, hegen die Anwohner den Verdacht, dass es der Einstieg in die nicht gewollte Planung von 2009 ist. Diesmal hat Achim Denz 170 Unterschriften gesammelt, die er dem Bürgermeister übergibt.

Besonders die sieben Häuser, die zwischen den heutigen Hausnummern 27 und 37 entstehen könnten, erregen Missfallen. Zum einen bleiben zwischen den Grundstücken zehn Meter breite Streifen, die - so die Befürchtung - zu Erschließungs-Straßen des inneren Gebietes ausgebaut werden könnten. Was wiederum obigen Verdacht untermauert.

Zum anderen beeinträchtigten die neuen Gebäude den Blick auf die typisch niederrheinische Landschaft, um derentwillen viele hierher gezogen sind. "Wir würden am liebsten wieder wegziehen", sagt ein Mann, der aus Oppum hierher zog.

Auch der Landwirt, der die Fläche im Inneren bewirtschaftet, bemängelt diese Häuser, die ihn an einer "rentablen Bewirtschaftung" hindern würden.

Aber es gibt auch andere Stimmen von Anwohnern, die auf ihrem großen Grundstück eine Baugenehmigung beantragen möchten, weil beispielsweise ihre Kinder dort hinziehen wollen. Diesen Menschen kann nach geltendem Recht keine Baugenehmigung erteilt werden. Auch solchen nicht, die darauf gesetzt hatten, dass das im Flächennutzungsplan ausgewiesene Bauerwartungsland endlich zu Bauland wird. "Schließlich haben wir schon entsprechende Erschließungsgebühren bezahlt", sagt eine Anwohnerin. Und auch solche sind enttäuscht, die schlicht nach St. Tönis ziehen wollen. "Bitte sagen Sie uns, wo wir hier bauen können." Nicht nur, dass bereits Teile der Familie dort wohnen, sie finden es schlicht schön dort.

"Diese Interessen sind ebenfalls berechtigt," sagt Thomas Goßen. "Am Ende entscheiden der Planungsausschuss und der Rat der Stadt." Den Verdacht, dass schon lange klar sei, wohin die Reise gehen solle, entkräften die anwesenden Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD wie auch der Vorsitzende des Plaungsausschusses, Hans-Joachim Kremser und der Bürgermeister. "Ich habe die Versammlung anberaumt, weil ich mit eigenen Ohren hören will, was Sie denken."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer