Nach über zwei Jahren ist die Streuffmühle im St. Töniser Ortskern ab Dienstag wieder komplett.

wza_984x1500_468193.jpeg
So soll die Streuffmühle ab heute Nachmittag wieder aussehen.

So soll die Streuffmühle ab heute Nachmittag wieder aussehen.

So soll die Streuffmühle ab heute Nachmittag wieder aussehen.

St. Tönis. Es gibt Sprüche, die sind so abgedroschen, dass man sich eigentlich weigert, sie in den Mund zu nehmen. In diesem Fall sei mal einer gestattet: Gottes Mühlen mahlen langsam. Und nicht nur die. Auch die St. Töniser Mühle hat eine ganze Weile gebraucht, bis sie wieder komplett war. Dienstag ist der Tag. Eine Spezialfirma rückt an und bringt das seit über zwei Jahren fehlende Mühlenkreuz wieder an.

Um 8.30 Uhr geht’s los, ab dann ist die Kreuzung Gelderner Straße/Nordring gesperrt, in der Umgebung müssen Autofahrer Umwege in Kauf nehmen. Gegen 17 Uhr sollen die Arbeiten beendet sein. Drehen können sich die Flügen übrigens nicht, sie sind starr angebracht.

Das war schon ein ziemlicher Akt, den die Beteiligten zu bewältigen hatten, bevor es soweit war. Zunächst hatte Sturm Kyrill vor über zwei Jahren das Mühlenkreuz so heftig getroffen, dass die Feuerwehr es abnehmen musste. Was tun? Schnell wurde eine Spendensammlung ins Leben gerufen, die Sparkassenstiftung erklärte sich zudem bereit, die Renovierung zu bezahlen.

"Selbst die obere Denkmalbehörde war begeistert."

ThomasGoßen, Stadtjustiziar und "Mühlenbeauftragter"

Trotzdem geschah erstmal nicht viel. Es galt, ein paar juristische Kniffe zu lösen. Wem gehören die Flügel? Wer muss für sie aufkommen? Wer kümmert sich um die Versicherung? Der Besitzer der Mühle erklärte, er lege nicht unbedingt Wert auf Flügel. Er finde sein Bauwerk auch so schön.

Weil die Streuffmühle aber nun mal Wahrzeichen ist, wurde verhandelt. Schließlich trieb der "Mühlenbeauftragte", Stadtjustiziar Thomas Goßen, eine Versicherung auf, die mitmachte. "Selbst die obere Denkmalbehörde war begeistert", sagt der. Als sich nun die Chance ergab, kurzfristig an einen Kran zu kommen, griffen Stadt und Heimatbund zu.

Mit Hefe van Haag gibt’s übrigens ein ansässiges Unternehmen, das die Versicherungs-Beiträge für die ersten beiden Jahre übernimmt. Auf die Idee, hier nachzufragen, war nicht zuletzt Werner Lessenich gekommen, der Archivar des Heimatbundes.

Im Herbst vergangenen Jahres wurden die Flügel schließlich zum Sandstrahlen gebracht, das Kreuz repariert. Und heute ist der große Tag. Der mit der Erkenntnis: Gottes Mühlen...

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer