Ein Auto soll in Senioren verblasste Erinnerungen wach rufen.

Jetzt kann’s losgehen: Maria Bruckes am Steuer mit Beifahrerin Herta Webeler. Rechts: Altenheim-Leiterin Jutta Hartmann.
Jetzt kann’s losgehen: Maria Bruckes am Steuer mit Beifahrerin Herta Webeler. Rechts: Altenheim-Leiterin Jutta Hartmann.

Jetzt kann’s losgehen: Maria Bruckes am Steuer mit Beifahrerin Herta Webeler. Rechts: Altenheim-Leiterin Jutta Hartmann.

Jetzt kann’s losgehen: Maria Bruckes am Steuer mit Beifahrerin Herta Webeler. Rechts: Altenheim-Leiterin Jutta Hartmann.

St. Tönis. Im Rahmen des Sommerfestes übergab am Samstagnachmittag der Förderverein für das Antoniuszentrum dem Altenheim ein Auto: Der dunkelblaue VW Polo steht auf einem eigens für diesen Zweck gepflasterten Platz. Er soll vor allem Demenzkranke an alte Zeiten erinnern und dazu ermuntern, noch einmal hinterm Lenkrad Platz zu nehmen.

Heimleiterin Jutta Hartmann freute sich über das Geschenk, das am Donnerstag mit einem Abschleppwagen gebracht worden war und das über das Langzeitgedächtnis der Menschen mit Demenz wirken soll.
 
Der Polo aus den 80er-Jahren ist nicht mehr für eine Spritztour zu gebrauchen: Der Motor wurde ausgebaut, der Wagen ist leicht aufgebockt. Er hat das Kennzeichen VIE-AZ 34, das Bezug nimmt auf das Antoniuszentrum und die Gelderner Straße 34.
 
Maria Bruckes, offiziell noch im Besitz einer Fahrerlaubnis, gehörte jetzt zu den ersten Senioren, die hinter dem Lenkrad Platz nahmen und in Erinnerungen schwelgten. Ihre "Beifahrerin": Herta Webeler.
 
Der Förderverein hatte den Stellplatz im Seniorengarten eigens plattieren lassen und für das Projekt insgesamt 2500 Euro in die Hand genommen. Die stellvertretende Vorsitzende Birgit Koenen, Geschäftsführer Wolfgang Schouten und Schatzmeister Maik Giesen übergaben jetzt den Polo seiner neuen, ungewöhnlichen Bestimmung.
 
"Menschen mit Demenz leben in der Vergangenheit, das Auto wird ihnen deshalb Aha-Erlebnisse bescheren", sagte Jutta Hartmann. Maik Giesen bezeichnete Demenz als ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzen müsse.
 
Das Auto im Seniorengarten sei ein Ergebnis dieser Auseinandersetzung. Die Senioren werden den Wagen, an dem bereits unübersehbar der Rost nagt, in Eigenregie pflegen. Konkret: Freitags ist künftig im Antoniuszentrum Autowaschtag.

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