Aktion: Franz-Josef Beumer bringt Knirpsen in St.Tönis die indianische Kultur näher.

Der „Wissende Bison“ sitzt im Tipi im Kreis der Kinder.
Der „Wissende Bison“ sitzt im Tipi im Kreis der Kinder.

Der „Wissende Bison“ sitzt im Tipi im Kreis der Kinder.

Kurt Lübke

Der „Wissende Bison“ sitzt im Tipi im Kreis der Kinder.

St.Tönis. Von Ernie und Bert und von der Schlange Kaa haben die Kinder schon einmal was gehört. Aber wer war noch mal "Tatanka Shapa"? Die 65 Knirpse in der St.Töniser Tageseinrichtung "Wiesenzauber" lernen den "Wissenden Bison", dies ist nämlich die Übersetzung, in dieser Woche kennen. Dahinter verbirgt sich Franz-Josef Beumer, der schon lange sein indianisches Wissen in Kindergärten und Grundschulen weitergibt.

Das Indianer-Tipi ist acht Quadratmeter groß

Noch etwas zögernd betreten Felix und Laura (vier Jahre) das acht Quadratmeter große Tipi. Der bald 60 Jahre und 720 Monde alt werdende "Tatanka Shapa" erzählt ihnen von den Indianern, von den Sitten und Gebräuchen. "Was sind das denn für Perlen?", haben die Kinder schnell Interesse gefunden: sie dürfen Stirnbänder und Amulette verschönern. am Donnerstag werden sie die kleinen Kostbarkeiten mit nach Hause nehmen - neben einem "Medizinbeutel" mit Mais-, Kürbis- und Bohnenkörnen. "Das sind die drei wichtigen, weil lebensnotwendigen Geschwister der Indianer", erklärt Beumer.

1992 hat er an einem indianischer Lager teilgenommen, dort neue Freunde und eine neue Bestimmung gefunden. Er bekam von seinen indianischen Freunden zunächst den "Lehrlings-Grad" eines "Capa Nivang" (was soviel heißt wie "Der mit dem Stock im Maul schwimmt") verliehen, aus dem vor drei Jahren der "Wissende Bison" wurde.

Seit 18 Jahren ist er mit dem Tipi auf Tournee, "Wiesenzauber" ist sein 616.Kindergarten. Es gibt einige Regeln zu beachten: keinen Streit und nicht ohne einen Erwachsenen ins Tipi, in dem in der Mitte eine große Feuerstelle ist. Darauf wird Maisfladenbrot gemacht. Und es gibt auch Belohnungen: So freut sich zum Beispiel die fünfjährige Anastasia über eine Feder. "Sie hat sich beim Einfädeln der Perlen besonders Mühe gegeben", erklärt "Tatanka Shapa".

Märchen werden erzählt oder kleine Trommeln hergestellt. Ende der Woche kommt die Ehefrau des 59-Jährigen und zeigt einige Tänze. Auch die Eltern sind zu einem kleinen Fest eingeladen. Insgesamt fünfmal wird der "Bison" in seinem Tipi übernachten. So ganz ohne die Moderne geht es aber wohl nicht: davon zeugen Tauchsieder, Radio und eine Elektrolampe...

"Im nächsten Monat lernen wir das Papierschöpfen", weist die Leiterin der Tageseinrichtung, Maria Claeßens, auf das nächste Projekt hin. Derweil erläutert der "Wissende Bison" den Kindern einige indianische Weisheiten wie "Der Frosch trinkt nie den Teich aus, in dem er lebt" oder "Bevor du ein Urteil über einen anderen Menschen fällst, trage einige Monate seine Mokassins".

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