Der stellvertretende Bürgermeister übt scharfe Kritik an Willicher Unternehmen und Bürgermeister Josef Heyes.

Markus Gather ist stellvertretender Bürgermeister.
Markus Gather ist stellvertretender Bürgermeister.

Markus Gather ist stellvertretender Bürgermeister.

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Markus Gather ist stellvertretender Bürgermeister.

Willich. Der Parteivorsitzende Dietmar Winkels fehlte krankheitsbedingt, aber sonst schienen auf dem SPD-Neujahrsempfang am Freitagabend im Gründerzentrum alle da gewesen zu sein, die im öffentlichen Leben von Willich irgendeine Rolle spielen. Hauptredner Markus Gather, stellvertretender Bürgermeister mit SPD-Parteibuch, hielt eine aggressive Rede. Der Applaus war eher verhalten.

Lukas Maaßen, stellvertretender Parteivorsitzender, begrüßte die Gäste, wünschte allen ein friedliches und gesundes neues Jahr. Seine Losung: „Zuversicht statt Panikmache.“ Dafür gab es beachtlichen Beifall.

Es folgte Markus Gather mit einer zum Teil wüsten Rede: „Wenn in einer Demokratie dem Staat große Teile der Bevölkerung abhanden gehen und vielleicht stumpfen Populisten hinterherlaufen, dann ist sie in Gefahr!“ Nach 70 Jahren sähen ganze Teile der Gesellschaft diesen Staat als negativ und überholt an. Immer mehr Menschen fielen aus der Mittelschicht.

Gather holte zum systemkritischen Rundumschlag aus, beklagte „perfiden und perversen Neoliberalismus“ und brach die Auswirkungen dieser Verwerfungen auf Willich runter: Er sei moralisch verwerflich, dass in Willich ansässige Firmen kaum oder keine Gewerbesteuer in der Stadt zahlten. Sie nähmen die gute Infrastruktur mit, ohne sich an den Kosten beteiligen zu wollen.

Gather plant Gespräche mit den Verantwortlichen: „Ich möchte mich mit diesen Damen, Herren, Firmen unterhalten und fragen, wieso sie keine Verantwortung gegenüber den Menschen, dem Zusammenleben hier in der Stadt Willich sehen. “ Über die Antworten wolle er die Bürger informieren.

Kämmerer Willy Kerbusch, der Mitglied der SPD ist, erklärte gegenüber der WZ bezüglich der Bemühungen, auch weiter Gewerbe in Willich ansiedeln zu wollen, folgendes: „Dass hier gute Arbeitsplätze geschaffen werden, ist mindestens ebenso wichtig wie die Gewerbesteuer-Einnahmen.“

Eine volle Breitseite von Markus Gather gab es dann noch gegen Bürgermeister Josef Heyes (CDU). Dieser hält die vom Land festgesetzte Erhöhung der Aufwandsentschädigung für Löschzugführer für überzogen. Gather sprach von einer „unmöglichen Neiddebatte“ und verlangte von Heyes „Worte der Entschuldigung“.

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