Bei tollem Wetter gab’s Comedy im Saal.

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Das „Krefelder Kabarett Komplott“ (Rüdiger Höfken, Volker Diefers und David Werker) im Mertenshof.

Das „Krefelder Kabarett Komplott“ (Rüdiger Höfken, Volker Diefers und David Werker) im Mertenshof.

Kurt Lübke

Das „Krefelder Kabarett Komplott“ (Rüdiger Höfken, Volker Diefers und David Werker) im Mertenshof.

Tönisvorst. Der Tag war schön - fast zu schön fürs Sommerkabarett im Saal des Mertenshofs. Wollte doch der Stadtkulturbund nach zwei vergeblichen Versuchen, Open-air-Kabarett zu machen, lieber kein Risiko eingehen und war deshalb gleich in den Saal gegangen. Dafür wurde er von einem lauen Sommerabend bestraft.

Aber auch so genoss das Publikum im Saal nach einem sonnigen Tag noch ein Programm, das Wohlgefühle für Geist und Lachmuskeln versprach. Und auch hielt - wenn es auch etwas dauerte.

Das "Krefelder Kabarett Komplott" hatte sich angesagt. Drei Männer aus drei Lebensjahrzehnten, deren Lebenserfahrungen so unterschiedlich waren, dass sich daraus ein lustiges Programm stricken ließ. Anfangs lief es noch etwas zäh. Aber als David Werker, als Twen der "junge Hüpfer" im Komplott, meinte, man solle etwas Comedy als Beruhigungspille bringen, lief es rund.

Werker präsentierte seine Welt als Germanistikstudent, der auf gut Glück studiert. Streiche und Fehltritte kenne seine Generation nicht - über Nacht findet man alles in Youtube wieder. Und Moral ist für ihn erst interessant, wenn das "M" fehle.

Dem Publikum brachte Werker das Lebensgefühl der jüngeren Generation nahe. Anders Volker Diefers, mit Mitte 30 der "Sackhüpfer" im Trio. Er berichtete aus einer Generation, in der man sich eher einen Kopf über die Installation der Rechtschreibhilfe Gedanken macht, als über das Lernen von Rechtschreibung. Und die ohne GPS nicht mehr von der Küche ins Schlafzimmer findet.

Rüdiger Höfken, der "alte Sack" aus der Generation 40+, klagte über das Leid älter werdender Männer. Da bekomme man vom "besten Freund" schon mal einen Katalog für Treppenlifte zum Geburtstag oder verschenke im Gegenzug Probeliegen im Sarglager.

Beim Publikum kam das gut an. Den etwas holprigen Beginn hatte man schnell vergessen und spendete den ganzen Abend über reichlich Applaus. Mit Kabarett geht es beim Stadtkulturbund mit Ingo Börchers weiter, der am 18. September im Forum Corneliusfeld befindet: "Die Welt ist eine Google".

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