Scharfe Sicherheitsauflagen bringen die „Aach Blenge“ auf die Palme.

Zug Anrath
Solche Menschenmassen auf engstem Raum (hier vor der Anrather Kirche beim Zug 2008) werden seit der Loveparade von den Sicherheitsbehörden kritisch gesehen. Archiv

Solche Menschenmassen auf engstem Raum (hier vor der Anrather Kirche beim Zug 2008) werden seit der Loveparade von den Sicherheitsbehörden kritisch gesehen. Archiv

Kurt Lübke

Solche Menschenmassen auf engstem Raum (hier vor der Anrather Kirche beim Zug 2008) werden seit der Loveparade von den Sicherheitsbehörden kritisch gesehen. Archiv

Anrath. So viel „Stimmung“ gab es noch nie auf einer Zugleiterversammlung: Die „Aach Blenge“ hatten eingeladen, um organisatorische Details für den 42. Tulpensonntagszug zu besprechen. Empörung und zum Teil lautstarke Proteste löste die Mitteilung von Frank Klingen, dem Vorsitzenden des Karnevalszugvereins, aus, der Narrentreck dürfe erstmals nicht mehr durch die Fußgängerzone ziehen. Das Verbot sei eine Reaktion auf die Katastrophe bei der Love Parade in Duisburg.

Sicherheitskonzept ist 13 Seiten stark

Der rheinische Frohsinn von Frank Klingen war schon im Vorfeld auf eine harte Probe gestellt worden. „Erstmals musste ich ein Sicherheitskonzept vorlegen – es ist 13 Seiten stark“, erklärte der Vorsitzende der „Aach Blenge“. Das Willicher Ordnungsamt sei ihm dabei behilflich gewesen, das Kreisordnungsamt muss das Konzept jetzt absegnen. Und zum ersten Mal werden die Kräfte des Ordnungsamtes von fünf bis sechs Security-Leuten unterstützt.

Die hohen Sicherheitsvorgaben kommen nicht von der Stadt oder vom Kreis, sondern von der Landesregierung, genauer gesagt vom Innenministerium. Frieder Nöhles, Vorsitzender des Festausschusses Willicher Karneval, regte sich auf: „Da entscheiden Leute, die keine Ahnung haben von den örtlichen Gegebenheiten.“

Kann die Fußgängerzone, also der von Geschäften gesäumte Teil der Jakob-Krebs-Straße, im Falle eines Unglücks oder Unfalls tatsächlich zu einer tödlichen Falle werden? Klingen weiß, dass die Ehrenamtler vom Deutschen Roten Kreuz froh sind, dass sich die schweren Zugmaschinen mit ihren Wagen nicht mehr durch diesen engen Bereich quälen müssen.

Der Zug, der wie immer auf der Fadheider Straße beginnen wird, endet diesmal schon auf der Giether Straße/Ecke Jakob-Krebs-Straße. Das letzte Teilstück durch die Fußgängerzone bis zur Kirche wird ersatzlos gestrichen.

Einige Teilnehmer machten den Vorschlag, über eine Änderung des Zugweges nachzudenken. Darüber werden die Verantwortlichen bei den „Aach Blenge“ in Ruhe nachdenken. Kann sein, dass es dann im kommenden Jahr zu solchen Änderungen kommt. Möglich wäre etwa eine Zugführung über die Gietherstraße, den Wiesengrund, die Buschstraße, Hindenburgstraße und Viersener Straße zurück in Richtung Kirche.

Klingen appellierte an die Narren, den Alkoholkonsum während des Zuges einzuschränken: „Wir sollten mit gutem Beispiel vorangehen.“

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