Seit einem Jahr leitet Paul Birnbrich das Michael-Ende- Gymnasium. Für die WZ zieht er Bilanz.

Paul Birnbrich neben der Foto-Wand der Abiturientia von 2008, dem ersten Abschlussjahrgang in Birnbrichs Zeit als Chef des Michael-Ende-Gymnasiums. Vor einem Jahr hat er die Nachfolge von Ingo Miltz angetreten.
Paul Birnbrich neben der Foto-Wand der Abiturientia von 2008, dem ersten Abschlussjahrgang in Birnbrichs Zeit als Chef des Michael-Ende-Gymnasiums. Vor einem Jahr hat er die Nachfolge von Ingo Miltz angetreten.

Paul Birnbrich neben der Foto-Wand der Abiturientia von 2008, dem ersten Abschlussjahrgang in Birnbrichs Zeit als Chef des Michael-Ende-Gymnasiums. Vor einem Jahr hat er die Nachfolge von Ingo Miltz angetreten.

Kurt Lübke

Paul Birnbrich neben der Foto-Wand der Abiturientia von 2008, dem ersten Abschlussjahrgang in Birnbrichs Zeit als Chef des Michael-Ende-Gymnasiums. Vor einem Jahr hat er die Nachfolge von Ingo Miltz angetreten.

St. Tönis. Er würde ein "rundum positives Fazit" seines ersten Jahres als Leiter des Michael-Ende-Gymnasiums ziehen, wenn, ja wenn die Familie nicht in dieser Zeit zu kurz gekommen wäre. Tief getroffen hatte es Paul Birnbrich (52) jedenfalls, als er im August seine Champions-League-Karte für Schalke wegen einer Theateraufführung an der Schule abtrat und sein 18-jähriger Sohn daraufhin bitter enttäuscht feststellte: "Wir kriegen nichts mehr zusammen hin!"

Das Wir-Gefühl ausprägen und den hohen Ausbildungsanspruch halten

"In diesem Moment habe ich mich gefragt, ob mein Wertesystem noch stimmt", sagt Birnbrich, durch und durch Familienmensch. Da war er, Birnbrich, der Zweifler, der sich fragte "Versuche ich zu viel auf einmal?" Sicher ist er sich, dass "ich mir zu wenig Zeit gebe". Kritik an der Schule fasse er auch als Kritik an sich selbst auf. "Früher, als ich noch nicht Leiter war, konnte ich sagen "Das sollten wir ändern". Heute sage ich: "Das muss ich ändern"."

Paul Birnbrich ist Anfang 2008 auch angetreten, das Image der Schule zu korrigieren. Er möchte weiterhin den gehobenen Anspruch der Ausbildung aufrechterhalten, zugleich aber auch betonen, "dass wir hier alle, Lehrer, Schüler und Eltern, an einem Strang ziehen".

Wir-Gefühl ist ihm wichtig. Zum ersten Mal wird das Gymnasium mit 100 Leuten, Sechstklässlern, Lehrern und Eltern, am Karnevalszug teilnehmen. "Kostüme und Wagen sind fertig."

Organisatorische und inhaltliche Veränderungen hätten bisher große Akzeptanz erfahren. "Seit diesem Schuljahr bieten wir individuelle Förderung in den Jahrgangsstufen 5 bis 9 in Englisch, Deutsch, Mathe, Latein und Französisch an." Sie sei gleichermaßen "Rettungsanker und Begabtenförderung".

Am Montag hat die Schule das Doppelstundenprinzip eingeführt. "Dadurch werden Tornister leichter, der Kopf wird "ausgemistet", weil nur noch drei Fächer pro Tag anstehen. Hausaufgaben werden überschaubarer."

Froh ist Birnbrich auch, dass die Zeit des "zerstörten Verhältnisses" vorbei ist und es wieder Kontakt zu beiden Kirchen in St.Tönis gibt. Pfarrer Renz Schaeffer und Kaplan Dominik Heringer geben nun Religionsunterricht. Birnbrich: "Ich möchte beide weiter an die Schule binden."

Neue Projekte sind geplant, nicht alles spruchreif. Auch das zweite Jahr als Chef wird reich an Arbeit. "Aber ich werde entflechten", sagt Birnbrich und denkt an Frau, Sohn und Tochter (20).

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