Die Australian Shepherd-Hündin gehört offiziell zur großen Schulgemeinde der Willicher Heide.

Tierisch
Hündin Pepper peppt auch den Sportunterricht auf.

Hündin Pepper peppt auch den Sportunterricht auf.

Friedhelm Reimann

Hündin Pepper peppt auch den Sportunterricht auf.

Willich. In der Turnhalle der Städtischen Grundschule Willicher Heide ist Streicheln angesagt. Gerade hat die Klasse A1 die Turnhalle erobert. Doch statt wildem Herumgerenne und lautem Gekreische beim Betreten der Turnhalle ist nur ein Ruf zu hören und der lautet „Pepper“.

Ein jeder möchte die Australian Shepherd Hündin, die schwanzwedelnd zwischen den Grundschüler hin und her läuft, streicheln. „Wir haben heute einen Parcours für Pepper und einen für uns aufgebaut.

Wir schauen aber erst einmal wie Pepper ihren macht“, sagt Sportlehrerin Kirsa Gather. Das ist das Zeichen für Cornelia Fuchs, zuständig für die OGS. Sie lässt Pepper über Stangen und durch einen Reifen springen, durch einen Tunnel laufen, über eine Bank balancieren und auf einen Kasten hüpfen.

Besuch in der Ganztagsgruppe stieß auf große Begeisterung

„Wer möchte das auch?“, fragt Gather in die Runde. Die Begeisterung kennt keine Grenzen. Linda (sechs Jahre) ist die erste, die unter Anleitung mit Pepper startet, während die anderen Grundschüler erst einmal ihren Kinderparcours mit Hüpfen, Klettern und Kriechen durchlaufen.

Seit Sommer vergangenen Jahres hat die Städtische Grundschule Willicher Heide ganz offiziell einen Schulhund.

Die Kosten für den Hund beschränken sich auf regelmäßige Wurmkuren und die jährliche Impfung. Sie werden von der Schule getragen. Pepper wurde neben ihrer Begleithundeprüfung durch einen Tierpsychologen bei Extremsituationen getestet.

Angefangen hat alles damit, dass Fuchs in den Ferien ihre Australian Shepherd-Hündin Pepper mit zur OGS brachte. Die Kinder waren begeistert. Nicht nur das. „Wir konnten feststellen, dass sich die Atmosphäre positiv änderte. Die Kinder wurden ruhiger, nahmen mehr Rücksicht aufeinander und es gab weniger Streitigkeiten“, sagt Fuchs.

„Es ist einfach super. Pepper erhöht das Gesamtwohl- befinden an unserer Grundschule. Ich weiß nicht, warum wir nicht früher auf diese Idee gekommen sind.“

Liese Hawelka, Schulleiterin

Die Idee, den Hund in den normalen Schulalltag zu integrieren, kam auf. Der Anstoß, das Projekt Schulhund ins Leben zu rufen, war gefallen. Schulleiterin Liese Hawelka zeigte sich begeistert und auch das gesamte Kollegium gab grünes Licht, wenngleich zwei Kolleginnen Hunden eher skeptisch gegenüberstanden.

Die Grundschule besuchte einen Krefelder Kindergarten, der seit Jahren über einen Hund verfügt, und ließ sich dort von den Erfahrungen berichten.

Dann folgte der eigene Schritt zum Schulhund, wobei feststand, dass es Pepper sein würde, die schon ihre Begleithundeprüfung abgelegt hatte. Begeisterte Kinder, die sich von Pepper motivieren lassen und ein Kollegium, das die Hündin nicht mehr wissen möchte. Sogar die beiden skeptischen Kolleginnen haben ihre Hundeangst abgelegt.

„Es ist einfach super. Pepper erhöht das Gesamtwohlbefinden an unserer Grundschule. Ich weiß nicht, warum wir nicht früher auf diese Idee gekommen sind“, bemerkt Hawelka. Pepper ist aber nicht nur im Sportunterricht dabei. An vier Tagen in der Woche arbeitet die siebenjährige Hündin in der Schule.

Sie besucht Klassen, macht Abstecher im Lehrerzimmer und ist bei der Hausaufgabenbetreuung in der OGS dabei. Es gibt Spaziergänge mit Pepper und die Kinder lernen den richtigen Umgang mit einem Hund. Zum Ausruhen hat Pepper einen Hundekorb im Büro von Fuchs. Denn Pausen gehören auch zu ihrem Schulalltag.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer