Prognose: Die Arbeit einer Projektgruppe aus Bad Godesberg zur Zukunft der Tönisvorster Schulen fällt bei Politik und Schulen durch.

Tönisvorst. Die Entwicklung der Schulen in Vorst und St. Tönis muss in wesentlichen Punkten neu erfasst und geschrieben werden. Der Schul- und Kulturausschuss lehnte den von der Bad Godesberger Projektgruppe erstellten Entwurf eines Schulentwicklungsplanes rundum ab, da dieser offensichtlich zu viele Mängel beinhaltete.

Jetzt sollen zweimal im Schulhalbjahr die Schulleiter mit den Verwaltungsvertretern zusammenkommen und ein Maßnahmenpaket schnüren, das dann in Abstimmung mit den Kommunalpolitikern auf den Weg gebracht werden soll.

In einer Krisensitzung hatten die Schulleiter den Entwurf mit seinen Nachbesserungen auseinander gepflückt. Sie kritisierten vor allem, dass der tatsächliche Raumbedarf nicht den Realitäten entspräche und dass teilweise die Begehung der Projektplaner in den Ferien ohne Abstimmung mit den Rektoren erfolgt sei.

Vermisst wurden auch Zukunftsprognosen, gerade hinsichtlich der Entwicklung des zu erwartenden Betreuungsbedarfs der Schulkinder.

Wohl wegen der herben Kritik zog Hauptamtsleiter Rainer Fischer in der Sitzung die Vorlage zurück. Darin wurde u. a. bei der Realschule und beim Gymnasium von einem ausreichenden Raumangebot gesprochen, ohne offenbar Details aus dem Planentwurf kritisch zu hinterfragen.

Bürgermeister Albert Schwarz vermisste auch Überlegungen für den Fall, dass eine Ganztags-Grundschule in Tönisvorst errichtet werde. "Wir sollten die Voraussetzungen dafür schaffen und daran bei der Errichtung weiterer OGS-Gruppen denken."

Hocherfreut über die Rücknahme der Vorlage waren die Sprecher von CDU und SPD, Thomas Kroschwald und Uwe Leuchtenberg. "Das ist großer Murks und schlecht aufbereitet", sagte Leuchtenberg. Frank Holzki (UWT) war enttäuscht, dass "wir für so viel Geld nur so wenig Leistung bekommen haben". Julia Schmitz (FDP) sprach von einer "schludrigen Arbeit" und Harald Gerland (GUT) äußerte sein Unverständnis über die verwirrenden Zahlen und Daten: "Damit kann keiner was anfangen."

Möglicherweise fordert Stadt Geld von Planungsbüro zurück

"Der Plan ist die 12000 Euro in keiner Weise wert", waren sich alle im Schulausschuss einig, keinen Pfennig dafür mehr an das Planungsbüro zu bezahlen. So sah es auch der Hauptamtsleiter: "Wir haben bisher einen Abschlag von deutlich unter 50 Prozent gezahlt und prüfen, ob wir auch dieses Geld zurückfordern können," so Fischer. Erfreulich war aber seine Mitteilung zu den neuen Anmeldezahlen für die OGS-Gruppen: "Wir können alle Kinder unterbringen, niemand bleibt außen vor."

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