Der ASV muss beim Schützenfest neue gesetzliche Vorgaben erfüllen.

Die neuen Gewehre und den neuen Vogel stellten die ASV-Verantwortlichen Freitag vor.
Die neuen Gewehre und den neuen Vogel stellten die ASV-Verantwortlichen Freitag vor.

Die neuen Gewehre und den neuen Vogel stellten die ASV-Verantwortlichen Freitag vor.

Lübke

Die neuen Gewehre und den neuen Vogel stellten die ASV-Verantwortlichen Freitag vor.

Willich. „Der Vogel darf nicht beim falschen Schützen fallen, sonst bis Du Deinen Job los“, sagt schmunzelnd der Präsident des Allgemeinen Schützenvereins (ASV), Willi Stennes, zu Markus Kaules. Im Blick hat er den Königsvogelschuss während des Willicher Schützenfestes am 14. Juli. Derzeit gibt es dafür, wie es in Willich üblich ist, nur einen einzigen, sehr, sehr ernsthaften Bewerber. Und der sollte das Holztier möglichst auch runter holen.

Der Holzvogel ist größer als bisher

Kaules ist der Schießmeister und hat bei tatkräftiger Unterstützung von Schützen, Vorständlern und Sponsoren alles dafür getan, damit der Vogelschuss nach geänderten Bestimmungen glatt über die Bühne gehen kann. Schreinermeister Karl Matter hat den Vogel schon aus astfreiem Weichholz gebaut.

Das Tier hat etwas größere Ausmaße als bisher (etwa einen mal einen Meter), ist 30 Millimeter dick. Was noch wichtiger ist, erläuterte Kaules: „Wir haben den Schießstand und die Fangschürze den neuen gesetzlichen Bestimmungen angepasst, so dass nach menschlichem Ermessen nichts passieren kann.“

Die Ehrengäste und Schützen legen ab sofort ihr Gewehr in eine spezielle Lafette, die das Zielen und Treffen einfacher macht. Und oben musste unter anderem die Fangschürze erheblich vergrößert werden (auf jetzt 2,50 mal 2,50 Meter), um das Geschoss aufzunehmen und eine Streuung zu verhindern. Geschossen wird weiterhin mit Schrot, aber nur mit einem Lauf – bisher waren es zwei. Drei neue Schrotgewehre sponserten deshalb Bernd Lücke, Gregor Krebs und Alfred Erren.

„Ein Querschläger ist ein unstabil fliegendes Geschoss, das mit seiner Längsachse quer zur Flugrichtung fliegt.“ Alles klar? So steht es jedenfalls in den 112-seitigen Richtlinien des Innenministers für die Errichtung, die Abnahme und das Betreiben von Schießständen, die seit Oktober 2012 in Kraft sind. Diese Querschläger will man auf jeden Fall vermeiden.

„Ich stehe voll hinter den geänderten Bestimmungen.“

Neben den Schrotgewehren wurde auch ein neues Luftgewehr durch die Bwi-Bank und für das Projekt „kesh“ gesponsert. Es ist für die mobile ASV-„Schießbude“. Außerdem sponserte Matthias Klaßes ein Gutachten, das die neue Aufzugstechnik zum Inhalt hat. Dabei geht es unter anderem darum, den Holzvogel vorschriftsmäßig mit einer speziellen Seilwinde nach oben zu befördern und zu verankern.

Die ASV-Verantwortlichen wiesen Freitag nochmals darauf hin, dass es am Samstag, 13. Juli, bei der Totenehrung auf dem Friedhof (gegen 15 Uhr) laut werden kann. Dann werden dort nämlich drei Böllerschüsse abgegeben.

Markus Kaules, Schießmeister

In den Richtlinien heißt es auch: „Aus Gründen der äußeren Sicherheit ist der Schwenkbereich der eingespannten Waffe auf den Geschossfangkasten zu begrenzen.“ Daher auch der Schaft und der größere Auffangkasten.

Etwa 8000 Euro hat den ASV der Umbau des Schießstandes gekostet. „Ich stehe voll hinter den geänderten Bestimmungen“, sagt der Schießmeister. „Ich habe sogar einen Sprengstoff-Schein machen müssen.“ Unter anderem für den Fall, dass die Munition nicht richtig losgeht.

Unter der Fangschürze muss eine Folie ausgelegt werden: Das unverbrannte Pulver ist danach ebenfalls fachmännisch zu entsorgen. Kaules lobt die Zusammenarbeit mit der Polizei und dem „Schießsport-Sachverständigen für nicht militärische Schießstände“ beim Kreis Viersen. Dieser wird den Schießstand am Montag auf dem Schützenplatz abnehmen. Ab 16 Uhr findet dann ein Probeschießen unter den neuen Bedingungen statt. Karl Matter hat eigens dafür einen zweiten Vogel gezimmert.

Die Verantwortlichen können dann gleichzeitig testen, wie lange voraussichtlich der Vogelschuss am Schützenfestsonntag dauern wird. Bei Bedarf könnte Markus Kaules ein kleineres Projektil nehmen, damit der Vogel nicht gleich bei 20 oder 30 Schuss den Geist aufgibt. Außerdem wird zuerst auf die so genannten Pfänder gezielt, auf Kopf oder Flügel. » S. 21

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