Der Winter und seine Schattenseiten: Von Ärger mit den Nachbarn und Knochenbrüchen.

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Hmmmm, leckere Pizza aus dem Ofen des Erlebnisgartens im Schlosspark.

Hmmmm, leckere Pizza aus dem Ofen des Erlebnisgartens im Schlosspark.

Hmmmm, leckere Pizza aus dem Ofen des Erlebnisgartens im Schlosspark.

Willich/Tönisvorst. Da waren mehrere glückliche Umstände zusammen gekommen: mit einem Riesenresultat. Da war zunächst der Pizzaofen, den der Naturschutzbund (Nabu) im Erlebnisgarten im Schlosspark gebaut hatte. Der ruhte vor sich hin, irgendwie. Auf der anderen Seite war da Salvatore Berrini, Wirt in der Orangerie. Die ebenfalls derzeit Pause hat.

Berrini wurde in Bella Italia vom Heimweh nach Germania geplagt. Er reiste an den Niederrhein, sah den verwaisten Ofen und beschloss, für die Stadt-Bediensteten und das Nabu-Team Pizzen zu backen. Was gelang. Rund 100 leckeren Exemplare wurden im Holzfeuer ausgebacken. Zufriedene Menschen verließen den Erlebnisgarten und gingen motiviert wieder an die Arbeit.

Wenn der Nachbar den Gehweg nicht gestreut hat

Fraglos ist das eine schöne Seite des Winters. Es gibt aber auch die andere. Nicht gestreute Gehwege. Es ist glatt. Stürze drohen. Und Menschen ärgern sich deshalb und rufen beim Ordnungsamt an. „Ja, das registrieren wir im Moment verstärkt“, sagt Wolfgang Schouten, Leiter des Bereiches Ordnung in Tönisvorst. Unabhängig vom Ärger rät er allen, sich darum zu kümmern, dass die Wege frei sind. „Wenn mal jemand fällt und ins Krankenhaus muss, wird die Versicherung möglicherweise schon gut nachgucken und wissen wollen, ob der Wohnungsbesitzer seiner Streupflicht nachgekommen ist“, sagt Schouten. Wenn eine Versicherung dann nicht alle Kosten übernehme, könne es schnell sehr teuer werden: Krankenhaus, Schadenersatz, und, und, und.

Im Zweifelsfall kann der Nachbar vielleicht helfen

Und wenn Anwohner es nicht schaffen, zu räumen oder zu streuen? „Nachbarschaftshilfe ist da schon toll“, sagt Schouten. Vor allem dort sei sie sinnvoll, wo z.B. ältere Mitbürger möglicherweise selbst gefährdet wären, wenn sie auf die Straße gingen. Wie sieht es von Seiten der Stadt aus? Hat sie noch genügend Streusalz? Schouten nickt. „Ja, unser Partner – die Firma Hamelmann – hat sich gut eingedeckt.“

Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, Stürze kommen vor, besonders in der momentanen Situation. Das bestätigt auch Dr. Gerd-Uwe Neukamp, Chefarzt der Chirurgie im Willicher Katharinen-Hospital. „Wir haben fast jeden Tag einen Bruch des Handgelenks oder am Sprunggelenk“, betont er. Normalerweise komme das vielleicht einmal die Woche vor. Die Behandlung könne in Willich gut erfolgen. „Für die klassischen Brüche sind wir sehr gut ausgerüstet“, erklärt der Chefarzt.

Viele Ältere trauen sich nicht auf die Straße

Anwohner müssen den Gehweg ab morgens um 7 Uhr freimachen, das letzte Mal ist das abends um 19 Uhr fällig.

Am Wochenende muss erst ab 9 Uhr geräumt und gestreut sein. Und währen es noch schneit, muss niemand zur Schneeschaufel oder zu Salz und Sand greifen.

Dass ältere Mitbürger sich derzeit häufiger den Oberschenkelhals brechen, kann Neukamp so nicht sagen. „Das ist nicht auffallend. Offenbar wagen viele Ältere sich nicht aus dem Haus. Das ist auch gut so.“

Auch in St. Tönis registriert man mehr Brüche. „Das zieht sich durch alle Altergruppen“, sagt Dr. Philip Tan, der diese Fälle für das Krankenhaus behandelt.

Auf den Straßen hielt sich derweil die Zahl der Unfälle in Grenzen. Es blieb überwiegend bei Blechschäden. Allerdings warnte die Kreis Viersener Polizei davor, dass es auf vielen Nebenstraßen glatt ist und dass bei Regen sich die Fahr- in Rutschbahnen verwandeln.

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