Pater Brown wird 2017 zum Dorfrichter Adam in „Der zerbrochene Krug“ befördert. Zudem wird „Honig im Kopf“ in Neersen gespielt.

Michael Schanze, der derzeit in Düsseldorf Komödie spielt, kommt 2017 als Dorfrichter Adam nach Neersen. Ob dafür wohl die Lockenpracht einer Glatze weichen muss?
Michael Schanze, der derzeit in Düsseldorf Komödie spielt, kommt 2017 als Dorfrichter Adam nach Neersen. Ob dafür wohl die Lockenpracht einer Glatze weichen muss?

Michael Schanze, der derzeit in Düsseldorf Komödie spielt, kommt 2017 als Dorfrichter Adam nach Neersen. Ob dafür wohl die Lockenpracht einer Glatze weichen muss?

500 Besucher passen auf die Stühle der Festspiel-Tribüne. Auch 2017 sollen sie möglichst oft alle besetzt sein. Archiv

Melanie Zanin, Bild 1 von 2

Michael Schanze, der derzeit in Düsseldorf Komödie spielt, kommt 2017 als Dorfrichter Adam nach Neersen. Ob dafür wohl die Lockenpracht einer Glatze weichen muss?

Neersen. Michael Schanze kehrt zurück! Bei den Neersener Schlossfestspielen wird der beliebte Star im nächsten Sommer den Dorfrichter Adam in „Der zerbrochene Krug“ spielen. „Das wird für ihn und für mich eine große Herausforderung“, erklärte Intendant Jan Bodinus gestern bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit 2017. Und ergänzte: „Ich habe ihn dazu verdonnert, mit mir als Regisseur bereits eine Woche vor dem offiziellen Probenbeginn anzufangen.“ Im Vorjahr feierte Schanze in Neersen als „Pater Brown“ große Erfolge. Derzeit gastiert er mit einer Boulevard-Komödie in Düsseldorf.

Motto der Spielzeit: „Vergeben – Vergessen – Verzeihen“

Mit dem „Krug“ (der 1984 das erste Stück überhaupt bei den Schlossfestspielen war) kommt nach längerer Zeit mal wieder ein Klassiker in Neersen auf die Bühne. Ein Wagnis, wie Jan Bodinus durchaus eingesteht: „Ich nehme es auf meine Kappe, wenn es bei den Besucherzahlen eine Delle geben sollte.“ Andererseits komme er mit der großen deutschen Komödie einem vielfach geäußerten Wunsch nach. Außerdem setzt er auf den „Schanze-Effekt“, der bereits vor einem Jahr für hervorragende Besucherzahlen bei „Pater Brown“ sorgte.

Sollte diese Rechnung nicht aufgehen, kann sich der Intendant immer noch mit seinem Motto für die Spielzeit 2017 trösten: „Vergeben – Vergessen – Verzeihen“ hat er die Neersener Theatersaison zwischen dem 18. Juni und 20. August genannt. Dazu passen auch die beiden anderen Hauptstücke: Los geht’s mit „Michel aus Lönneberga“ von Astrid Lindgren, eine Woche später folgt als erstes Abendstück „Honig im Kopf“ nach dem gleichnamigen Film von Til Schweiger.

Nach der toll gelaufenen Spielzeit in diesem Jahr sind die Erwartungen groß für einen Sommer ohne EM, ohne Olympia – und „mit richtig tollem Wetter“, so Jan Bodinus hoffnungsvoll. Er hat den Eindruck, dass die Neersener Freilichtbühne in der Region Willich und darüber hinaus immer stärker wahrgenommen wird. „Das wollen wir ein wenig ausweiten.“

Pechvogel „Michel aus Lönneberga“, der laut Bodinus exemplarisch für die „Wildheit der Jugend“ steht, soll dafür sorgen, dass das Kinderstück im nächsten Jahr eine ähnlich gute Auslastung hat wie die Abendaufführungen. Das war zuletzt nicht der Fall. Die Regie wird Gideon Rapp übernehmen. Für den Schauspieler, der in diesem Jahr unter anderem als Pfeiffer in der Feuerzangenbowle zu sehen war, ist das eine Berufs-Premiere.

Matthias Freihof (der gelähmte Philippe aus „Ziemlich beste Freunde“) ist als Regisseur ein erfahrener Mann. Der Berliner inszeniert mit „Honig im Kopf“ ein Stück, das derzeit im Berliner Schlosspark Theater von Dieter Hallervorden zu sehen ist. „Didi“ hatte in der Filmfassung die Hauptrolle des dementen Großvaters Amandus übernommen. In Neersen wird eine Vier-Personen-Version zu sehen sein.

Sowohl in „Michel“ wie auch in „Honig im Kopf“ sind Kinder ganz wichtige Personen. Wie wird dieses Problem in der Besetzung gelöst? Jan Bodinus hält sich dies offen: Akteure der „Jungen Schlossfestspiele“ von Sven Post schaut er sich ebenso an wie junge Schauspieler bei einem Vorsprech-Termin in Berlin. „Ich würde gerne jemanden entdecken“, sagt er.

Eine echte Entdeckung wird 2017 auch wieder das Rahmenprogramm werden. Dort gibt es unter anderem eine Erich-Kästner-Lesung mit Hans-Jürgen Schatz und einen Fado-Abend mit Sänger Telmo Pires. Nach einer Pause von vielen Jahren wird zudem wieder ein Gastspiel der Burgfestspiele Mayen in Neersen geboten: Schillers „Kabale und Liebe“ wird am 23. Juli gespielt – im Gegenzug reisen die Neersener mit dem „Krug“ nach Mayen.

Einige bekannte Gesichter des Festspiel-Ensembles werden auch im nächsten Jahr wieder dabei sein. Namen wollte Jan Bodinus gestern noch nicht verraten. Klar ist allerdings wie in jedem Jahr: „Am 1. Dezember beginnt der Vorverkauf“, so Geschäftsführerin Doris Thiel.

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