Nach der Insolvenz stehen Mitarbeiter der Schlecker-Filialen „unter Schock“.

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Die Schlecker-Filiale an der Hochstraße in St. Tönis war vor drei Jahren modernisiert worden.

Die Schlecker-Filiale an der Hochstraße in St. Tönis war vor drei Jahren modernisiert worden.

In Anrath sind Waren nicht geliefert worden.

Lübke, Bild 1 von 2

Die Schlecker-Filiale an der Hochstraße in St. Tönis war vor drei Jahren modernisiert worden.

Willich/Tönisvorst. Die Nachricht platzte vergangene Woche wie eine Bombe: Schlecker ist insolvent. Ausgerechnet die Laden-Kette, die nun wirklich in jedem Ort (Eigenwerbung: „For you – vor Ort“) zu finden ist. 30 000 Mitarbeiter bundesweit wissen nicht, wie es weitergehen soll, die Firmenzentrale hat sich noch nicht wirklich geäußert. Wie sieht die Situation in den einzelnen Geschäften aus? Was sagen die Mitarbeiter? Die WZ hörte sich um.

„Wir standen natürlich unter Schock, als wir von der Insolvenz hörten“, sagt eine Beschäftigte in der St. Töniser Filiale. Und dieser halte nach wie vor an. Einzelheiten sollten den Angestellten noch mitgeteilt werden. Das Geschäft an der Hochstraße war erst vor knapp drei Jahren erheblich erweitert worden – wie auch eine ganze Reihe in anderen Orten. Die Drogeriekette setzte in diesen Läden auf ein großzügiges, helles Einkaufs-Ambiente.

In Anrath bekommen drei Beschäftigte Insolvenzgeld

Im benachbarten Vorst ist die Verunsicherung in dem Geschäft an der Kuhstraße ebenfalls deutlich zu spüren. „Wir sind noch da und geben unser Bestes“, sagt eine Beschäftigte. Hier laufe alles wie gehabt, die Lieferungen kämen an. Was fürs Personal bedeutet: Zunächst mal weitermachen wie bisher. „Was soll man auch tun?“, fragt eine andere Angestellte.

Auf eine Material-Lieferung wartet das Personal in Anrath. Auch hier weiß niemand, ob die Filiale Auf dem Sand auf Dauer offen bleibt. Eine Info hat’s allerdings schon gegeben: Dass die Schlecker-Beschäftigten drei Monate lang sogenanntes Insolvenzgeld bekommen. Das beziehen sie über die Agentur für Arbeit.

Auch in Willich sind Auswirkungen zu spüren

Auswirkungen der Krise sind in der Willicher Schlecker-Filiale an der Bahnstraße zu spüren. Seit dieser Woche werden keine Waren mehr geliefert. „Natürlich hoffen wir, dass nächste Woche noch was kommt“, sagt eine Mitarbeiterin. Ihre Angst um die Existenz des Drogeriemarktes, ist ihr deutlich anzumerken: „Wir wissen nicht, wie es weitergeht.“ Derzeit sind die Regale noch gut gefüllt, wie lange dieser Zustand aber anhalte, werde sich zeigen.

Organisiert sind die Mitarbeiter von Schlecker bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Während Tönisvorst zu Krefeld gerechnet wird, gehören die Willicher Mitglieder zum Bezirk Kaarst-Viersen. Für diesen gibt es sogar einen Betriebsrat.

„Im Moment müssen die Kollegen noch nicht viel unternehmen, die Insolvenz ist ja gerade erst beantragt“, sagt Sabine Busch, Gewerkschaftssekretärin. Schlecker müsse die Daten an die Agentur für Arbeit melden, dann gebe es für drei Monate Insolvenzgeld. Für Samstag ist in Gladbach eine Mitglieder-Info angesetzt.

Die Arbeitsbedingungen bei Schlecker haben einen schlechten Ruf. „Dort ist alles in Ordnung“, betont aber Verdi. Das gelte auch für XL-Läden wie in St. Tönis.

Keine Gewissheit, ob eine Schließung bevorsteht, haben auch die Mitarbeiter des Schlecker-Marktes in Schiefbahn an der Hochstraße. Man habe keinerlei Informationen, heißt es.

Auch in Neersen herrscht Ungewissheit über die Zukunft. „Wir wissen auch nicht mehr als das, was in der Zeitung steht“, sagt eine Mitarbeiterin der Filiale an der Hauptstraße. Die Arbeit gehe weiter, jedoch mit der Ungewissheit, ob und wie lange in den Filialen noch die Ladentüren aufgeschlossen werden. Für die Mitarbeiter sind es schwierige Tage, die anstehen.

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